Ayahuasca Erfahrungsbericht, Zeremonie 26-28 (Juli 2020)

(24/25 im Juni waren ähnlich)

Drei Nächte hintereinander, sehr wenige Teilnehmer.

Nacht 1:
Die Medizin setzt spät ein, aber dann mit Wucht. Sehr starke Energie, intensive Visionen, viel Rot und Gold, aber keine Übelkeit und kein sich Übergeben. Ich hatte meine verstorbenen Eltern dazu eingeladen und ich spürte deutlich ihre Anwesenheit. Wir konnten im Gegensatz zu meinen vorangegangenen Zeremonien selber Musik machen und auch Lautstärke ist bei so wenig Teilnehmern kein Problem. Es wurde gemeinsam Musik gemacht, gesungen, gelacht, getanzt. Aber es gab auch tiefe Prozesse und es sollte sich herausstellen, dass das für einige Teilnehmer erst der Beginn der Reise war.

Zwischendurch war mir etwas übel. Sofort stellten sich dunkle Visionen ein, Äste, Gestrüpp, Wurzelwerk. Dann Klumpen von kleinen, schwarzen Kügelchen. Ich assoziierte die Gebilde mit dem mulmigen Gefühl in meiner Magengegend und setzte meinen Fokus auf sie, in der Hoffnung, ich könne sie in etwas Angenehmeres verwandeln. Eine innere Stimme sagte mir, ich solle das lassen, der Vision zusätzlich Energie zu geben, ich solle am besten gar nichts machen und entspannen. Ich entspannte und beobachtete die schwarzen Kügelchen nur noch aus dem “Augenwinkel”. Dann verwandelten sie sich in blaues Licht und verschwanden – und mit ihr die Übelkeit. So heilt Ayahuasca. Sie transformiert negative Energien zu Licht.

Nacht 2:
Die Medizin wirkte unmittelbar. Ich hatte den ¾ Becher gerade gelehrt und mich auf meinen Platz begeben, da spürte ich bereits, wie sich meine Zellen mit Energie füllten. Ich legte mich hin und ergab mich dem, was da kommen sollte. Die Energie war unverkennbar meine alte Freundin Kundalini. Sie lässt mich auch ohne Ayahuasca sehr empfindlich gegenüber Geräuschen werden und so war es diesmal auch. Bei jedem Geräusch kam ein kleiner Energieschub, die Zellen luden sich immer mehr auf, wie eine Batterie. Als ein leiser Shaker gespielt wurde, entlud sich mit jedem „Tschak-Tschak“ eine Minidosis Kundalini und addierte sich zu der bereits vorhandenen Energie. Es dauerte nicht lange, da war ich eine lebende Duracell und dann setzten die ersten Visionen ein. Überwiegend angenehme Visionen. Der Maximallevel wurde aber nicht erreicht, daher gab es nach 1 Stunde noch ¼ Becher hinterher.

Jetzt kam ich energetisch in den von vorangegangenen Zeremonien bekannten Zustand, wo ich zur Kundalini-Schlange wurde. Mein Bewusstsein wurde von der Kundalini quasi übernommen und ich spürte ihre enorme Kraft und gleichzeitig ihre Güte und Liebe. Ich genoss sie und auch die mit ihr verbundenen Visionen, schlangenartig und wunderschön. Ich fühlte mich selbst eher wie eine Schlange, als wie ein Mensch.

Die Visionen wurden noch kraftvoller. Noch mehr Gold und Rot, als in der 1. Nacht, dazu Hellblau, Silber und Weiß – so weiß, wie es nur DMT hinbekommt. Nichts Bedrohliches, oder Dämonisches, obwohl ich mich gerade definitiv im Peak befand. Dann griff ich meine Cabassa und ging einen langsamen Rhythmus spielend den Raum auf und ab. Ich musste etwas tun, sonst hätte mich die Energie aus meinem Körper gerissen und ich will nach wie vor nicht außerkörperlich werden beim Ayahuasca.

Dann setzten bei einigen Teilnehmern sehr starke Prozesse ein. Tränen, Wut, alles was ihre Seelen und Herzen gerade durchmachten. Diejenigen, die einen leichten Prozess hatten, halfen denen, die es gerade schwer hatten. Dann begab ich mich wieder auf meinen Platz und Meditierte. Es war eine sehr tiefe Meditation mit Erkenntnissen, die ich erst noch einordnen muss. Ich hatte auch diesmal zu Beginn der Zeremonie meine Eltern eingeladen, aber dann den Fokus auf diese Intention wieder verloren.

Jetzt kam der Fokus wieder und ich fragte das Universum nach meinen Eltern. „Die sind jetzt Energie“, kam die Antwort in Form von Gedanken. Ich hörte die letzten 24 Zeremonien keine Stimmen, es waren immer Gedanken, die impliziert wurden. Dann sah ich eine gelb leuchtende Scheibe, wie eine liegende Galaxie. Vom dieser Galaxie gingen sternförmig Lichtstrahlen ab, die in der Endlosigkeit zu enden schien.

Ich fühlte in das Licht hinein und spürte sehr deutlich die Energie meines verstorbenen Vaters. Und wo ist meine Mutter, fragte ich. „“Ich bin hier“. Diesmal war eine Stimme zu hören, die so klang wie die meiner Mutter, als sie noch jung war. Stimmen hören war neu für mich. Ich fragte, wieso sie jetzt so friedlich vereint sind, mein Vater und sie, wo sie es doch zu Lebzeiten nicht waren? Die Antwort überraschte mich: „Wir waren schon immer Eins, wir gehörten schon immer zusammen“. Ich fragte, wozu dann ihr Leben voller Disharmonie und Kämpfen? Die Antwort, „weil wir diese Erfahrung machen mussten“. Meine weitere Frage war, wie die Erfahrungen aufgehoben, gespeichert werden? Als Antwort wurde mir eine Vision gezeigt. Ich sah, wie sich auf den Lichtstrahlen der Galaxie, die ich als die Seele meines Vaters identifiziert hatte, Muster bildeten, typische DMT-Muster.

Ich zoomte in eine der Strahlen hinein, dass hatte ich ja mittlerweile gelernt, auch durch meine Hypnagogie-Erlebnisse und sah, dass es 3D-Muster waren. Einerseits strukturiert, fast mathematisch, andererseits sehr kunstvoll und verspielt. Wieder viel Gold und Rot. Ich gab mich den Mustern hin und wurde Eins mit ihnen. Während der ganzen Zeit war meine Kundalini am Anschlag, der Körper vibrierte fein, aber spürbar. Jetzt verstand ich, dass das Abspeichern von Informationen als 3D-Muster viel effektiver ist, als das binäre System, das unsere Computer verwenden. Ich sah mittlerweile Kunstwerk an Kunstwerk, von göttlicher Schönheit und Perfektion. Viel Gold, Rot und Weiss.

Während ich diese DMT-Kunst genoss, verstand ich, dass die Lichtstrahlen dieser kreisförmigen Energie zu den einzelnen Inkarnationen einer Seele führen. Alle Inkarnationen einer Seele finden gleichzeitig statt. Die kreisförmige Anordnung entspricht der Ewigkeit der Seele. Die Lichtstrahlen könnten die „Silberschnüre“ sein, von denen Astralreisende oft berichten? Die Seele meines Vaters hatte ein sehr dichtes Strahlennetz und somit sehr viele gleichzeitige Inkarnationen – sehr viel mehr als meine Seele, die, wie ich schon lange fühle, noch eine junge Seele ist (auch ihre grüne Farbe lässt darauf schließen).

Zwei wichtige Fragen stellte ich in dieser Nacht nicht.

  1. Was passiert mit einem Lichtstrahl, wenn ein Mensch stirbt, seine Inkarnation endet?
  2. Was passiert mit den gesammelten Informationen?

Dann weckte ich mich aus dieser tiefen Trance auf und machte mit den anderen Musik, sang, tanzte und lachte. Während meiner Meditation hatten zwei andere Teilnehmer sehr tiefe Prozesse. Einer von ihnen kam etwas später zu mir, weil ich das Aqua-Florida hatte, ein im nüchternen Zustand als aufdringliches Parfüm empfundenes Blütenwasser, das aber im Ayahuascazustand klärend wirkt. Es wird benutzt, um wieder ins Hier-und-Jetzt zu kommen.

Ich besprühte den Teilnehmer mit dem Blütenwasser, legte intuitiv meine linke Hand auf sein Herzchakra und schloss die Augen. Meine Kundalini war vom Singen und Tanzen nochmal kräftig angestiegen und wie ich ihn so berührte, wurde ich Eins mit seiner Seele. Nicht nur, dass ich ihn mit geschlossenen Augen klar und deutlich als blau leuchtenden Kristall sah, mit pinken Akzenten, ich spürte auch, was er gerade fühlt und was in ihm vorging.

Dass ich mit geschlossenen Augen Menschen als Licht sehe, kenne ich schon, aber ich hab mich nie mit ihnen connected, da man sich in den anderen Zeremonien nie körperlich nähern durfte. Diesmal gab es diese Regel nicht, solange es mit Respekt und Einvernehmen geschah, und das tat es, und ich hatte die für mich unfassbare Erfahrung machen dürfen, mich nur durch das Auflegen der Hand auf das Herzchakra eines anderen Menschen unmittelbar mit dessen Seele zu verbinden.

Alles ist Energie, da war diese Erkenntnis wieder!

Der Morgen endete mit Singen und Tanzen aller Teilnehmer. Ich hatte mir bereits Oropax in die Lauscher gesteckt und meine Schlafmaske aufgesetzt und dämmerte dahin, begleitet von sehr schönen Visionen in Weiss und Gold.

Nacht 3:
Ich hatte mir vorgenommen, mich in der 3. Nacht nur der Schönheit der Visionen hinzugeben und trank erstmal nur einen halben Becher. Die Medizin setzte noch schneller ein, als in der Nacht zuvor, ich war nahezu unmittelbar im Vibrationszustand mit einer sehr präsenten Kundalini. Die Visionen kamen ebenfalls sehr schnell und sie waren eher traumartig, als mathematisch-abstrakt. Ich legte mich auf den Rücken und genoss sie. Ich erlebte eine Traumreise nach der nächsten, begleitet von sehr schönen, farbigen Bildern. Alle hatten mit der Natur zu tun. Ein Grün, das kann man sich kaum vorstellen. Ein Blau des Himmels, wie es nicht von dieser Welt zu sein schien. Dann Wasser, viel Wasser! Flüsse, Seen, ein Wasserfall und schließlich das Meer mit Wellen die tanzten, wie ich es aus meinen Klarträumen kenne. Als irgendwann die Visionen und auch die Energie nachließen, trank ich noch einen viertel Becher und legte mich wieder hin. Es passierte aber kaum was. Ich schoss noch einen Fingerhut nach und das war der Punkt, wo die Erfahrung ihren Höhepunkt nahm.

Wieder hatte ich mich auf den Rücken gelegt, in Erwartung, dass ich weitere Traumreisen erleben werde, aber stattdessen stieg meine Kundalini sehr stark auf. Ich hatte unwillkürlich meine beiden Hände aufs Nabelchakra gelegt, sodass die Finger das Root-Chakra, also das Kundalini-Chakra berührten und ich spürte, wie aus den Fingerspitzen scharfe, stechende Energiestrahlen austraten. Schon nach kurzer Zeit war die Energie so stark, wie ich es nur von den Zeremonien mit dem sehr starken kolumbianischen Yagé kenne. Bislang weckte ich mich dann immer aus der Trance auf, weil die Energie einfach zu stark war. Aber diesmal wollte ich über meine Grenzen gehen.

Der Körper war schon bald ein einziger, vibrierender Energieball. Gleichzeitig wurde mir so heiß, dass es anfing zu brennen. Vor allem mein Herzchakra brannte. Ich fühlte mich dennoch stark und gesund und immer wieder versuchte ich mich zu entspannen, um nicht aus der Meditation zu fliegen.

Es sollte sich herausstellen, dass dies mein 1. Kundalini-Update war. Mein 2. Update erfolgt fünf Monate später in der Neujahrsnacht.

Schließlich hielt ich die Energie nicht mehr aus und wollte mich gerade aufrichten, als eine weibliche Stimme ruhig sagte, „Nicht! Atme tief und versuche dich zu entspannen, es kann dir nichts passieren“. Ich hörte auf diese Stimme und entspannte mich, obwohl die, durch die hohe Elektrizität im Körper, angespannten Muskeln mittlerweile leicht zu schmerzen begannen. Ich beruhigte mich und die Energie stieg weiter an. Die Visionen, die den Prozess begleiteten, waren von großer Leuchtkraft und Schönheit. DMT-Muster, Insektenwesen, Steampunk-Kunstwerke, so komplex, dass allein deren Anblick das „Leiden“ wert war. Wären die angespannten Muskeln nicht gewesen, wäre diese außergewöhnliche Kundalini-Meditation angenehmer gewesen.

Wieder war ich an dem Punkt, wo ich mich erlösen wollte und wieder sagte die Stimme zu mir, dass ich es weiter aushalten soll, es sei gut für mich. Ich hielt weiter aus. Die Vibrationen waren sehr stark, wie ein kleines Erdbeben, obwohl ich wie tot dagelegen haben muss – es fiel der Vergleich mit Nosferatu in seinem Sarg. Ich fragte die Stimme, ob sie das Ganze nicht außerhalb meines Körpers weitermachen könne, ich würde diese starke Energie nicht mehr aushalten. Die Antwort kam prompt.

„Es braucht deinen Körper dazu. Ohne den Körper kann sich die Energie hier nicht manifestieren“.

Unser Körper transformiert die göttliche Kundalini auf die dreidimensionelle, materielle Ebene. Ich erinnerte mich dann meiner beiden noch nicht beantworteten Fragen aus der ersten Nacht und bekam zwei überraschende Antworten, diesmal wieder in Form implizierter Gedanken.

Was passiert mit einem Lichtstrahl, wenn ein Mensch stirbt, seine Inkarnation endet?
Er wird Eins mit der Quelle.

Was passiert mit den gesammelten Informationen?
Sie werden Eins mit der Quelle.

Ich hielt noch weiter aus. Inzwischen waren die Muskelschmerzen sehr viel erträglicher, vermutlich waren’s einfach Verspannungen, die sich jetzt gelöst hatten, aber das energetische Gefühl selbst war wie Finger in der Steckdose, ohne sie rausziehen zu können.

Dann konnte ich nicht mehr. Ich bäumte mich auf, entließ einen Schrei der Befreiung und atmete tief und lange durch.

WAS FÜR EINE ENERGIE!!

Ich war völlig überwältigt von dem, was ich die letzten 15 Minuten durchgemacht hatte. Ich zitterte immer noch und war noch nicht so ganz wieder bei mir. Ich war nur noch Hülle und der Rest war Energie, die langsam abklang. Ich ließ mir einen erdigen, tabakreichen Rapé geben und der brachte mich wieder in die Nähe eines „Normalzustands“. Ich fühlte mich danach befreit und geheilt und von grenzenloser Power.

Ich hätte Universen erschaffen können!

Mit dieser Präsenz schritt ich dann im Rhythmus der spielenden Musik rasselnd den Raum auf und ab und unterstütze dadurch andere in ihren Prozessen. Am Ende lachten, sangen und tanzten wir alle bis weit nach Sonnenaufgang. Als ich gegen 7 Uhr morgens Schlafen ging, hatte ich wieder weiß-rot-goldene Visionen mit viel Licht. Schöner kann man kaum einschlafen.

Fazit dieses Intensiv-Retreats
Die Medizin verlangt allen Respekt und der wurde ihr gegeben. Der schöne Altar, die Gebete, die Demut und der Dank, mit der wir sie getrunken haben. In allen drei Nächten gab sie jedem das, was er/sie brauchte und genau in der Stärke, wie es jeder brauchte. Ich bin immer wieder fasziniert, wie intelligent Ayahuasca ist und wie sehr sich die Seele freut, dass wir ihr die Möglichkeit geben, sich frei auszudrücken und ihre Präsenz zu zeigen. Ich denke manchmal, dass wir deswegen eine so seelenlose Gesellschaft geworden sind, weil jeder Einzelne seine Seele vernachlässigt. Und wofür? Für vermeintliches Glück durch Sammeln von materiellen Dingen. Und die Angst, diese Dinge wieder zu verlieren, kappt die Verbindung zur Seele endgültig.

Angst essen Seele auf!

Ayahuasca lässt uns wieder mit unserer Seele verbinden. Eine weise, gütige Medizin, die nur eines will – uns heilen!

Mein aus diesem Retreat erwachsenes Seelenmodell

Willkommener Nebeneffekt:
Ich hatte seit Monaten mit Arthritis-Schmerzen in meinen rechten Fingergelenken zu kämpfen (bin ehem. Congaspieler). Seit der 3. Nacht bin ich komplett schmerzfrei! Die extreme Kundalini, die meine Hände hat glühen lassen, muss da was bewirkt haben.

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