Ayahuasca Erfahrungsbericht, Zeremonie 34-36 (Oktober 2020)

Nacht #1

Eine normale 1. Nacht, mit sanfter Energie, tiefen Meditationen und reinigenden Rapés. Eine gute Vorbereitung für die beiden folgenden Nächte.


Nacht #2

Die Medizin braucht lange, bis sie sich bemerkbar macht, dann ist sie aber unmittelbar da. Eine große Hitze schiesst durch meinen Körper und obwohl es bereits Ende Oktober ist und der Raum nicht beheizt, wird mir so warm, dass ich meinen Pulli ausziehen und mich aufdecken muss. Dann kommen Bilder, wie man sie aus Träumen oder Einschlafphasen kennt, sogenannte Hypnagogien. Kamerafahrten durch schöne Landschaften, kleine Orte, saftig grüne Wiesen und klare Gewässer.

Dann setzen echte Visionen ein, Muster, Geometrien, aber noch ohne die starke Leuchtkraft und ohne die starke Energie. Ich lege mich auf den Rücken, was die Kundalini aktiviert und jetzt werden die Visionen kraftvoller. Es herrscht ein großes Durcheinander, als hätte jemand eine Kiste voller geometrische Gegenstände vor mir ausgekippt. Ich frage freundlich bei der Medizin nach, ob ich mehr Klarheit haben könne, da ich mit dem Gewusel aus Linien und Farben nicht viel anfangen kann. Die Antwort kommt in Form einer weibliche Stimme:

“Das musst du dir visualisieren“.

Da ist sie wieder, die Aya-Schizophrenie, ich höre Stimmen! 🙂

Es entsteht ein Dialog.

„Ich habe gerade Schwierigkeiten, mir Dinge vorzustellen, ich kann mich nicht konzentrieren.“

„Entspanne dich und bleib bei dir.“


Ich versuche mich zu entspanne und die Visionen werden geordneter. Mein inneres Chaos hat diese Unordnung in meinem inneren Universum verursacht.

„Ich zeige dir eine Übung. Stelle dir die Farbe Rot vor.“

Ich bemühe mich, mir die Farbe Rot vorzustellen, aber es gelingt mir nicht.

„Nicht verkrampfen, entspannen! Was ist rot?“

Ein Feuerwehrauto ist rot, überlege ich und es gelingt mir, mir ein knallrotes Feuerwehrauto vorzustellen.

„Gut, das war einfach. Jetzt die Farbe Rot, ohne Auto.“

Ich bemühe mich wieder, mir die Farbe Rot vorzustellen, aber es kommt allenfalls ein rötliches Braun zustande.

„Du verspannst noch immer, ich mache es dir einfacher. Stelle dir einen roten Elefanten vor.“

Ich stelle mir einen roten Elefanten vor und es klappt auf Anhieb.

„Gut und jetzt einen grünen Elefanten.“

Trotz aller Bemühungen gelingt es mir nicht, mir einen grünen Elefanten vorzustellen.

„Was ist grün?“ kommt die Frage von der Frauenstimme.

Pflanzen, Wiesen Wälder, denke ich und vor meinem inneren Auge entstehen sattgrüne Wiesen und Wälder.

„Gut und jetzt einen grünen Elefanten“

Nun gelingt es mir, einen dunkelgrünen Elefanten zu visualisieren.

Dasselbe Spiel mit Gelb und Blau. Wieder gelingt es mir nicht, mir den Elefanten direkt vorzustellen, immer erst über Visualisierungs-Brücken.

Dann eine noch schwerere Aufgabe:

Ein goldener Elefant!

Gold ist schwer zu visualisieren, am schwersten ist allerdings Weiss.

„Wenn du dir keinen goldenen Elefanten vorstellen kannst, wirst heute Nacht kein Gold zu sehen bekommen.“

… kommt als Motivationshilfe.

Ich liebe goldene Visionen und setze die Schlafmaske auf, um mich vom Schein des Kerzenlichts nicht ablenken zu lassen. Ich gebe mir allergrößte Mühe, visualisiere einen goldenen Hund, ein goldenes Huhn und ein goldenes Schaf. „Ein Schaf ist kein Elefant“, kommt der sachliche Kommentar meiner unsichtbaren Trainerin. Dann passiert es. Es entsteht vor mir ein Kunstwerk aus goldenen Verzierungen auf rotem Untergrund. Und in der Mitte – ein goldener Elefant!

Kein Wort des Lobes, wo ich doch so stolz auf meinen goldenen Elefanten bin, statt dessen die schwerste Aufgabe.

„Jetzt ein weisser Elefant.“

Ich mache es, wie mit dem Goldenen Elefanten, nur dass ich diesmal für noch mehr Dunkelheit sorge, indem ich mich kopfüber hinkauere. Und dann ist er da, der weiße Elefant! Keine Reaktion meiner Lehrmeisterin. Ich frage, ob alles, was ich visualisiere, auch Realität wird. Die Antwort ist, Ja, aber nur solange, wie du es dir vorstellst.

„Alles ist Illusion, wobei die Illusion gleichzeitig auch Realität ist. Es gibt keinen Unterschied zwischen Illusion und der sogenannten Realität. Alles ist real auf eine Art und Weise.“

„Was muss ich machen, damit die Illusion in unserer materiellen Welt real, also bleibend materiell wird? (manifestiert)

„Genau so, wie du es mit den Elefanten gemacht hast, aber das alleine reicht nicht. Damit aus einer Vision etwas Bleibendes wird, eine materielle Schöpfung, musst du sie in der materiellen Ebene verankern. Dazu musst du WISSEN, dass sie existiert. Nicht irgendwann in deiner Zukunft, sondern in deinem Hier und Jetzt. Es hat schon immer existiert und das weisst du mit voller Überzeugung. Keine Zweifel, kein nur daran Glauben! Glauben ist kein Wissen, nur mit Wissen manifestierst du. Wenn du nicht weisst, dass der rote Elefant wirklich existiert, bleibt er eine vorübergehende Schöpfung auf nichtmaterieller Ebene.“

Ich bin erschöpft, von dem Ganzen, bedanke mich und konzentriere mich auf meine Kundalini. Sie ist zwar latent präsent, aber so richtig powern will sie nicht. Deshalb lege ich nochmal 1/3 Becher nach.

Inzwischen ist einer der Teilnehmer in einen sehr schweren Prozess geraten und ich schnappe mir meine Rasseln und schreite den Raum ab. Das stärkt die Kundalini und vertreibt dunkle Energien. Die hohen Frequenzen der Rasseln wirken sehr direkt und klärend. Danach gehe ich hinaus ans Feuer und singe vor mich hin. Ich bin kein Sänger, aber unter Ayahuasca gleiten die Töne sanft und klar aus meinem Rachen. Dabei schaue ich in den klaren Sternenhimmel. Was für ein Geschenk! Noch bis 1 Tag vor dem Wochenende war es naß und kalt und jetzt können wir tagsüber uns Sonnen und nachts am Feuer sitzen. Das Universum ist abermals mit uns!

Als ich wieder im Zeremonieraum bin, lege ich mich hin, um in meine Energie zu kommen. Wie immer lege ich dazu meine Hände so auf das Sakral-Chakra, dass meine Finger zum Root-Chakra zeigen. Sie steigt zwar auf, die Kundalini, aber immer noch nicht so, wie ich es gewohnt bin, mit der Medizin. Ich versuche noch einmal zu kommunizieren.

„Ich denke, ich habe genug Ayahuasca getrunken, aber die Energie will nicht aufsteigen.“

„Nein hast du nicht.“


Gut, das Universum braucht nicht viele Worte, aber die Message kommt an. Ich nehme noch 1/3 Glas, trommle etwas, tanze ein wenig und helfe zusammen mit einem anderen Teilnehmer demselben Teilnehmer von vorhin bei seinem wirklich intensiven Prozess. Dann gehe ich noch einmal ans Feuer. Ich sitze und spüre in die Flammen, als das innere Fenster aufgeht, das Dritte Auge. Eine liebevolle Energie durchströmt mich und mein inneres Sichtfeld wird zu hunderten kleinen Sonnen. Ich genieße das eine Weile, aber weil es mittlerweile doch recht kalt geworden ist und das Feuer eher nur noch ein Berg aus Glut ist und nicht mehr so richtig wärmt, gehe ich wieder rein. Ich lege mich auf den Rücken und wieder meine Hände aufs Sakral-Chakra. Jetzt kommt sie angerauscht, die Kundalini, stark, aber nicht brennend. Begleitet von sehr humorvollen Visionen.

Vor mir tanzen unzählige kleine Kobolde, Dämonen und Steampunk-Kreaturen und alle sind – aus Gold!


Ich schaue ihnen eine Weile zu und lege dann die Hände der Reihe nach auf alle anderen Chakren. Das ist die beste Methode, die Energie bis hinauf zum Stirnchakra zu lenken, da soll sie hin. Interessant dabei ist, dass jedes Chakra andere Visionen bewirkt. Das Solarplexus-Chakra erzeugt grüne Geometrien vor dunkelblauem Hintergrund und das Herzchakra leuchtet einfach nur grell orange. Die Kundalini schafft ihren Weg zum Stirnchakra, was einen Meer aus Lichtern entfacht, einer inneren Milchstrasse gleich.

Dann ziehe ich mit den Fingern Fäden aus meinem Energiekörper, drehe Spiralen mit diesen Fäden und spiele mit der sehr deutlich spürbaren Energie herum, wie ich gerade Lust habe. Begleitet wird alles durch freundliche Visionen, inklusive eine Skiabfahrt, obwohl ich nicht Ski fahre. Mein Körper ist energetisch zwar nicht am Limit, wie bei unserem Juli-Retreat, aber es schmerzt und brennt dafür nicht und ist ein großer Genuss. Als ich im Geiste an meinem Körper herunterschaue, ist es der Körper einer Gottesanbeterin. Dünne Ärmchen und statt Finger pieksige Insektenbeinchen.


Nach ca. 30 Minuten werden Energie und Visionen schwächer und ich lasse mir einen Abschluss-Rapé geben. Der ist so stark und mit so einer Kunst in mich hineingeblasen worden, dass ich lange damit beschäftig bin und mich schließlich übergeben muss. Wir schliessen um 5:30 die Nacht am Feuer, wo wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse austauschen.

Nacht #3

Die Medizin setzt schnell und mit Wucht ein, wie immer in der letzten Nacht. Das System ist gereinigt und optimal vorbereitet für die finale Zeremonie, da kann sie dann ungehindert durchrauschen. Dazu kommt, dass man von den Vornächten noch genug MAO-Hemmer im Blut und Gewebe hat, sodass das DMT sofort und vollständig wirken kann. Starke Wärme steigt auf und Vibrationen setzen ein. Sie sind nach sehr kurzer Zeit so intensiv, dass ich mich auf meinen Atem konzentrieren muss, um nicht den Fokus zu verlieren. Irgendwann setzen Visionen ein, sie sind der irdischen Realität abgeschaut, also Häuser, Strassen, Menschen, Pflanzen, ein langsam fließender, glasklarer Fluss.

Dann setzt die Musik ein. Es ist diesmal ein hypnotischer Rhythmus aus Trommelschlägen, der sich zunehmend steigert. Sofort ändern sich die Visionen. Es entsteht eine Reise, wie ich sie tatsächlich noch nie erlebt habe, weder beim Ayahuasca, noch in meinen langen Klarträumen. Mein Körper gerät in sehr starkem Vibrationszustand, wie man es vom Beginn einer Astralreise kennt. Der Astral- (Energie-) Körper löst sich vom Physischen. Ist er gelöst, hören die Vibrationen auf. Hier blieben sie während der ganzen Reise auf subtilem Level bestehen, da sich mein Astralkörper nicht vollständig vom physischen Körper gelöst hatte, was einem Break-Through gleichgekommen wäre.

Ich tauche ein in eine dunkle, mystisch anmutende Welt, die rostbraun bis messingfarben leuchtet und in der alle möglichen „dämonisch“ wirkenden Wesen existieren. Es sind schwarz-goldene Oktopusse dabei, schwarz-rot-gelbe Insektenwesen und sehr viele Wesen, die man nicht klassifizieren kann. Es gibt sie in der mir bekannten Welt nicht, zumindest sind sie mir bis dato noch nie begegnet. Alle schwarz-gold-messingfarben, mit teilweise roten oder gelben Augen, sofern sie welche haben. Sie sind auf eine besondere Art sehr schön. Wirklich wunderschöne Wesen und als ich ihnen das gedanklich vermittle, fangen sie an, von innen zu leuchten.

Dämonen sind Lichtwesen, wie Engel auch, und dazu da, uns von den negativen Energien zu befreien. Sie sind im göttlichen Universum die energetische Müllabfuhr, die Putzkolonne. Energetisch kontaminiert kommt man nicht in die energiereichen Lichtebenen und sie sind für die Reinigung zuständig.

Energetisch gereinigt kommen wir in eine höhere Frequenz und diese höhere Frequenz ist die Eintrittskarte zur Lichtebene.

Die rostig-schmutzige Patina um ihren Lichtkörper kommt von den negativen Energien, die sie binden. Gleichzeitig halten diese absorbierten, negativen Energien sie auf einer Frequenz, die es ihnen ermöglicht, in der materiellen, Welt zu existieren, das können Engel nicht, mit Ausnahme des Engels Asrael. Hier werden sie gebraucht. Ich nenne sie daher Helferdämonen. Es entstehen ständig neue, während die alten in einer rötlich schillernden Lichtwolke zerplatzen.

Dann erscheint eine blaue Stadt, wie in einer meiner nächtlichen Hypnagogien, nur dass diese Stadt auf dem Klopf stehend über mir schwebt. Ich zoome hinein und um mich in ihr bewegen zu können, drehe ich mich ebenfalls auf den Kopf. Ich mache das ganz intuitiv, ohne lange nachzudenken und bemerke plötzlich die Zweiteilung meines Bewusstseins. Ein Teil nimmt den kopfüber stehenden Astralkörper wahr, während der andere meinen auf der Matte sitzenden Körper wahrnimmt. Das hatte ich noch nie, ein sehr interessantes Gefühl! Ich sitze aufrecht und stehe gleichzeitig kopf!

Dann löst sich die Stadt auf und ich bin in einer lichtdurchfluteten Welt an einem schönen Sandstrand. Vor mir sitzt ein engelhaftes Wesen. Es ist üppig geschmückt mit langen, weissen Pfauenfedern und schaut mich aus hellblauen Augen an. Ich will gerade heranzoomen, da zerplatzt es in einem blau-orangenen Feuerwerk. Es kommen neue Wesen zum Strand, auch sie voller Licht und wunderschön, teils mit farbigen Geometrien überzogen, um sich dann ebenfalls in einem Farbenmeer aufzulösen.

Eines von ihnen ist blau leuchtend. Gerade soll die Reise weitergehen, ein Wechsel wieder zur dunklen Ebene, da bricht die Musik ab. Ich werde im Bruchteil einer Sekunde aus dem göttlichen Himmel zurück auf meine Matte katapultiert und bleibe eine Weile stark vibrierend, von einer sehr starken Kundalini durchströmt, liegen und muss erstmal wieder „ankommen“. Die Schönheit, die ich in dieser Welt der Dämonen und Engel gesehen habe, ist nicht mit Worten zu beschreiben.

Ich kann mich nicht erinnern, beim Ayahuasca für so lange Zeit konstant astral gewesen zu sein, zumindest zur Hälfte astral!

Ich beschließe noch 1/3 Glas nachzunehmen und gehe abermals auf Reisen, die Musik spielt mittlerweile wieder, wenn auch eine andere, weniger hypnotisch. Diesmal wird es zusätzlich zu den ebenfalls sehr schönen Lichtvisionen sehr körperlich, das drittel Glas rauscht mit Macht durch meinen Körper direkt ins Dritte Auge. Das ist mittlerweile weit offen und ich sehe überall im Raum Energie. Flirrende Schwaden aus Licht, zum Teil wie Nebel, dann wieder prickelnd, wie Goldregen. Ich setze mich hin, um die Kundalini nicht zu stark werden zu lassen und meditiere. Wieder tauche ich in eine fantastische Welt. Diesmal ist es die Welt der unkörperlichen Formen. Es sind ständig wechselnde Formen aus blau leuchtenden 3D-Gittermodellen, so als wäre ich an den Ort gelangt, wo das Universum seine Formen kreiert.

Es sind bekannte Formen, Gegenstände, Insekten, Spinnen, aber auch hier wieder Formen, die ich noch nirgends gesehen habe. Unfassbar, was da in diesem „Raum der tausend Formen“ ohne Pause kreiert wird – welch ein Schöpfungs-Reichtum! Irgendwann müssen doch alle nur denkbaren Formen erfunden sein, denke ich?

Dann ist mir nach Bewegung und ich schreite mit meinen Rasseln den Raum ab. Als ich die energetische Arbeit bei einem Teilnehmer mit den Rasseln unterstütze, schließe ich die Augen. Jetzt sehe ich, wie jeder Rasselschlag einen Stoß aus hellem, kristallin schimmernden Licht erzeugt. Als ich die Rasseln im Kreis bewege, erzeugen sie weiße Lichtwirbel. Jetzt verstehe ich auch, warum das Rasseln eine so große Bedeutung bei den Schamanen hat.

Die Rassel dient nicht nur dem Halten des Rhythmus’, sie erzeugt obendrein Lichtenergie von hoher Frequenz (weisses Licht).

Wahrnehmen kann man dieses Licht nur mit geöffnetem Dritten Auge, weil es das Licht der astralen Ebene ist, welches mit unseren physischen Augen nicht wahrnehmbar ist. Unser Nervensystem nimmt es hingegen wahr und empfindet es es als wohltuend und heilend.

Ich nehme noch ein viertel Glas nach und lege mich wieder auf den Rücken. Die Hände wieder aufs Sakral-Chakra und dann steigt sie auch sofort wieder auf, die Kundalini – mit noch größerer Wucht, als zuvor. Die Visionen, intensivieren sich immer mehr und mein Körper wird immer unkörperlicher, schon bald ist er gefühlt nicht mehr vorhanden, stattdessen ein Gefühl, komplett aus Energie zu bestehen. Wieder kaum zu beschreibende Visionen voller Licht und Gold.

Irgendwann fängt es im Darm an zu zwicken und ich lege meine Hände drauf. Als ich das tue, wechseln die Visionen. Vor hellem Hintergrund erscheinen bizarr geformte Gestalten. Sie sehen zum Teil sehr skurril aus, sind aus purem Gold und schauen mich freundlich an. Ich lobe ihre Schönheit und da beginnen auch sie von innen heraus zu leuchten. Es werden immer mehr, so als wäre ein Wettbewerb ausgebrochen, wer der schönste von allen ist.

Dann wird mir die Energie im unteren Bauch zu stark und ich lege die Hände auf mein Solar-Plexus. Sofort ändern sich die Visionen. Jetzt schaue ich auf ein streng geometrisches, aus blauen Leuchtbahnen gesponnenes Netz, dass in der Mitte einen grünen Kristall hat. Ich schaue mir diese schöne Geometrie eine Weile an und verschiebe dann die Hände hinauf zum Herz-Chakra. Wieder ändern sich die Visionen. Es wird hell und Orange-Rot, wie die Nacht zuvor auch. Die Geometrie ist sehr komplex und erinnert an die Blume des Lebens. Dann wechsle ich direkt zum Stirn-Chakra, wobei ich nicht die Hände drauflege, sondern mit den beiden Mittelfingern drauf zeige.

Es rauscht unmittelbar eine starke Kundaliniwelle durch meinen Körper hinauf zum Stirn-Chakra, was abermals meine Theorie bestätigt, dass das Stirn-Chakra die Kundalini „anfordert“, weil es ihre Energie braucht. Ich habe sehr oft das Gefühl, dass die Kundalini nicht im Root-Chakra startet, sondern in der Mitte des Kopfes, also in der Zirbeldrüse. Es fährt dann ein deutlich spürbarer Impuls hinunter zum Beckenboden. Das Root-Chakra öffnet sich dann und schickt wiederum seine Energie hinauf, Richtung Stirn-und schlussendlich Kronen-Chakra.

Dann begegne ich abermals meine grünen Seele, genauso, wie ich ihr vor exakt vier Jahren schon mal begegnet bin. Ein krakenartiges Wesen aus phosphoreszierend, grünem Licht mit Lichttentakeln in das endlose Universum. Sie bewegt sich friedlich vor mir und leuchtet in ihrer vollen Schönheit. Ich freue mich sehr, sie wiederzusehen und spüre die unendlich große Liebe die von ihr ausgeht. Ich bin ihre Schöpfung, ihr Baby und sie liebt mich, wie eine Mutter ihr Kind. Ihr Grün hat sich geändert, seit damals. War es vor vier Jahren kälter, mehr in Richtung Türkis, ist es diesmal ein warmes Schilfgrün.

Dann beginnt abermals intensive Energiearbeit im Raum mit Klangschalen und Klangstäben und ich setze mich wieder in Meditationsposition. Wieder löst sich mein Körper auf. Ich bin abermals in dem Raum der tausend Formen und wieder sind es blau leuchtende Gittermodelle. Diesmal sind die Formen aber ausschließlich organisch, wie Unterwasserpflanzen, aber auch Oktopusse und Quallen sind dabei.

Ich lasse die Meditation langsam ausklingen. Als die Visionen nur noch sehr schwach sind und kaum Leuchtkraft besitten, lasse ich mir einen erdenden Rapé geben. Rapé mit Tabak schließt bei mir das Dritte Auge und leitet dessen Energie in den Energiekörper.

Im Stirnbereich, wo noch vor wenigen Minuten das Dritte Auge in den Raum der tausend Formen schaute, ist nur noch ein schwach leuchtender blauer Kristall zu sehen, während mein Energiekörper sich zu einem Riesen aufbläht. Ich lege mich auf den Rücken und ziehe abermals mit den Fingern Energiefäden aus meinem Energiekörper und spinne daraus ein Netz. Es fühlt sich sehr angenehm an, wenn die Finger messerscharfe Bahnen in den Energiekörper „ritzen“ und dann Fäden aus ihm herausziehen. Eine sehr belebende Prozedur. Die Energiearbeit mit den Klangschalen ist immer noch im Gange und die hohen Frequenzen der Klangschalen und Klangstäbe triggert zusätzlich meine Kundalini. Immer wieder ziehen sich meine Gesichtsmuskeln zusammen oder der PC-Muskel.

Klangarbeit ist Heilarbeit!

Die Nacht endet um 5 Uhr morgens am Feuer, wo ich in mich gehe und zur Ruhe komme. Voller Dankbarkeit für dieses unglaublich schöne Retreat mit der liebevollen, weisen Medizin und diesen wundervollen Menschen!

Ayahuasca und Amrita (Soma)

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