Ayahuasca Erfahrungsbericht, Zeremonie 68-69 (August 2022)

Nach 9 Monaten kam endlich wieder der Schamane aus Kolumbien nach Berlin. Ich hatte in der Zwischenzeit zwar ein selbst organisiertes Wochenende mit fünf sehr erfahrenen Ayahuasceros und ein sehr mildes Zweier-Ayahuasca im Mai, um mich mit meinem Seelenspirit zu verbinden, aber wenn man energetischen Müll rausschaffen will, dann braucht es eine starke Medizin. Und dieses Ayahuasca, genauer gesagt Yagé, war sehr stark! In der 2. Nacht war es so stark, dass es eines der stärksten war, dass ich je getrunken habe, wenn nicht das stärkste.

Intention für das gesamt Wochenende war „Befreiung“. Befreiung von Zorn und Mißtrauen – Mißtrauen ins Universum (Gott), denn das hat mich die letzten Monate mehr und mehr beschlichen. Die gesamte Spiritszene mit ihrem blumigen Weltbild und den für nicht spirituelle Menschen albernen Ritualen, wurden von mir immer häufiger in Frage gestellt. Spirituelle Krise nennt man das. Wie immer hatte ich mir eine Liste von Fragen vorbereitet und wie immer konnte ich mich dann unter dem Einfluss der Medizin an nichts erinnern. Ayahuasca bewirkt vorübergehende Amnesie.

Nacht #1

Der Becher war größer als die letzten Male. Es waren ca. 50 ml, bisher waren es 30 ml. Dickflüssiger schwarzer Schlamm. Schon die Konsistenz deutete auf ein sehr starkes Yagé hin. Ich trank die Medizin mit einem leichten Angewidertsein, wegen der Konsistenz und ging in meine 45° Meditationsstellung. Die Wirkung kam schnell und stark, folglich k..tze ich die kostbare Medizin bereits nach 30 Minuten wieder aus. Das sollte sich aber auf die folgende Erfahrung nicht nachteilig auswirken. Das K..tzen war pure Erleichterung. Ich visualisierte dabei das Wort Zorn und stellte mir vor, wie ich all die Zornes-Energien in meinen Eimer befördere. Die begleitenden Visionen waren bizarr. Die krassesten Dämonenfratzen, die ich je visualisiert habe, bzw. mein Unterbewusstsein. Rotäugige aus schwarzem Dornengestrüpp geformte Fanatsiewesen, oder alienartige Würmer und Schlangen. Externe Energien waren das nicht. Sie kamen eindeutig aus mir heraus und in den die üblichen Dämonenfarben. Türkis, Violett, Pink und Schwarz.

Natürlich krochen da nicht wirklich genannte Tiere aus mir raus, es waren lediglich Visionen. Aber irgendetwas entließ ich, das war ja auch körperlich sehr deutlich zu spüren. Nach dieser anstrengenden Arbeit wurde es nicht nur ruhig, sondern auch sehr, sehr schön. Die Energie stieg auf einen Level, der weit über dem eines Kundalini-Awakenings lag, aber immer noch im Bereich des Aushaltbaren. Also hielt ich aus. Ich habe seit Wochen Probleme mit der linken Körperhälfte. Linkes Knie kaputt, linke Schulter, linker Delta-Muskel und linker Nackenmuskel. Ich lenkte die Energie per Gedanken in die linke Körperhälfte. Sofort wurde meine linke Körperhälfte mit beißend-elektrischer Energie gefüllt. Und ich sah die Energie auch. Lichtschnüre, die wiederum aus abertausenden kleinen Lichtkügelchen bestanden und miteinander verwirbelt waren, wie die Stränge unsere DNS. Sie bestanden aus den Farben Rot und Blau mit ein wenig Weiß und Gelb. Als meine linke Körperhälfte regelrecht zu kochen begann, unterbrach ich den Prozess und ging hinaus, um mich zu Erden. Die Erdung tat unglaublich gut, das Brennen war schnell vorbei.

Copyright midjourney.com. User raindownthunda

Als ich nach oben schaute, sah ich in einen kristallklaren Sternenhimmel, der durch das Ayahuasca noch leuchtender und brillanter wirkte, als er es ohnehin schon war. Ich beobachtete einen Lichtpunkt. Wie in diesem Bericht flog er in einer entfernteren Bahn, als die Satelliten und er flog auch keine kontinuierliche Bahn, wie Satelliten es tun, sondern änderte mehrmals seine Flugrichtung. Ich hatte nach dem Sternenbild der Plejarden gesucht und in dem Moment den wandernden Lichtpunkt entdeckt. Und wieder passierte exakt dasselbe, wie in jenem Bericht. Der Punkt beschleunigte und löste sich plötzlich auf.

Wie oft, wenn ich unter dem Einfluss von Ayahuasca den Nachthimmel anschaue, war er von einem Grid hinterlegt. Das Grid bestand aus pinken Linien, die schwach leuchteten und ein symmetrisches Gitter bildeten. Die Matrix?

Mit Ayahuascsa leuchten die Sterne noch heller. Man hat das Gefühl, bis in die hintersten Galaxien schauen zu können. (Copyright midjourney.com. User koiaurnaamavailablenahitha)

Dann ging ich zum Feuer. Ich hatte meinen K..tz-Eimer dabei und entleerte ihn über den Flammen. Rauch wirbelte auf, alles wurde sofort verdunstet. Sehr schön, wie immer, die vielen Farben, die Feuer hat. Ohne DMT sieht man nur Rot, Orange und Gelb, mit DMT aber, sieht man das komplette Spektrum. Als das Feuer sich wieder beruhigt hatte, tat ich so, als sei ich ein Magier und könne mit einer Aufwärts-Geste meiner Hände die Flammen zum Aufflackern bringen. Theatralisch hob ich die Hände, als würde ich das Feuer bitten aufzustehen und tatsächlich schlugen die Flammen deutlich höher, als zuvor! Ich erschrak und ließ es dabei. Wer weiß, was man in diesem Zustand, mit dieser Energie, noch so anstellen kann?

Ich ging wieder hinein, denn mit 12 Grad war die Nacht nicht gerade warm, auch wenn man das unter Ayahuasca nicht merkt. Das DMT sorgt weiterhin für genügend Energie, um den Körper warm zu halten (siehe Wim Hoff. Er lässt durch eine spezielle Atemtechnik den körpereigenen DMT-Level so weit ansteigen, dass er anschließend in Eiswasser baden kann). Zurück auf meiner Matte wollte ich an der energetischen Heilung von davor anknüpfen, aber es gelang mir nicht. Durch das Barfusslaufen auf der Wiese wurde ich so erfolgreich geerdet, dass ein Großteil der Energie in den Erdboden entwichen ist.

Inzwischen hatte der Schamane begonnen Gitarre zu spielen. Ich schnappte mir meine Cabassas und später noch meine Reise-Conga und begleitete ihn. Wieder wurde mir bewusst, welch elementar wichtige Rolle die Musik bei einer solchen Heilzeremonie spielt. Ich spielte die Cabassa so, dass regelmässige, scharfe Akzente entstanden und mit jedem Akzent fing irgendwer im Raum an zu k..tzen. Wie ich schon in diesem Bericht geschrieben hatte, emittieren die Cabassas weisses, astrales Licht. Also Licht, welches eine sehr hohe und fürs menschliche Auge nicht sichtbare Frequenz hat, für das Dritte Auge aber schon. Und das war bereits seit fast 2 Stunden weit geöffnet (Visionen hat man nur, wenn das Dritte Auge geöffnet ist).

Gegen Morgen, holte ich mir beim Schamanen noch einen Rapé ab. Ein starker, aschereicher Tsunu. Der haute mich so um, dass ich auf meine Matte sackte und erstmal damit klarkommen musste. Ich kam klar und entließ bei der Gelegenheit noch einen externen Dämonen in den Eimer. Der kam von ganz unten, direkt aus dem Wurzelchakra. Ich hatte kurz vorher mit meinem dritten Auge gesehen, wie er blitzschnell dort hinein gesaust war – ein schwarzer Wurm, wie ein Blutegel oder eine Nacktschnecke. Dann zog ich mir meine Kaputze über die Augen und gab mich den mittlerweile komplett geänderten Visionen hin. Keine grell-bunten DMT-Visionen mehr, sondern Kunstobjekte vor weißem Hintergrund. Auch Steampunk-Kunst war wieder dabei und Muster aus schwarzen Linien vor silbernem Hintergrund, wie in dieser Kundalini-Nacht. Gold hatte ich in beiden Nächten nur sehr kurz. Es war wohl gerade nicht die für meine Intention benötigte Energie?

Copyright midjourney.com. User unknown

Nacht #2

Die Medizin war die gleiche, wie am Tag zuvor, aber aufgekocht. Sie war noch lauwarm und hatte auch eine deutliche Essig-Note. Mit Essig kann man zusätzliches DMT aus den Pflanzenteilen herauslösen – sie war dementsprechend stärker. Die Wirkung kam spät, was dafür sorgen sollte, dass sie sehr lange anhielt und auch sehr intensiv ausfiel. Nach ca. 1 Stunde musste ich mich das erste Mal übergeben. Ein zaghaftes Bäuerchen im Vergleich zu dem, was dann folgen sollte. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber ich war zeitweise an meiner körperlichen Grenze, weil die Bauchmuskeln durch das ständige Zusammenkrampfen schmerzten und der Hals bereits brannte. Die begleitenden Visionen waren ähnlich, wie in der 1. Nacht – alles was die Fantasie an Dämonischem aufzubieten hat. Obwohl die Visionen bereits intensiv waren, intensivierten sie sich nach dem Erbrechen noch einmal.

Und da war er dann wieder, der Drachen, jenes Schlangenwesen, von dem ich denke, dass es meine Kundalini ist. Diesmal kochte sie mich. Die Energie war so stark, dass ich nicht glauben konnte, dass die gerade durch meinen Körper saust.

Götter erschaffen mit einer so starken Energie ganze Universen – ich zermartere mir den Kopf, wie ich jetzt am sichersten zum Klo komme, denn ich musste dringend Wasser lassen. Wir Menschen haben eben andere Prioritäten 🙂

Der Aya-Drache, die Repräsentation meiner Kundalini. Der Midjourney-User Auryn-The_Gem hat meine Vision sehr gut getroffen. Hat er mir ins Hirn geschaut? 🙂

Irgendwann stand ich auf, bzw. versuchte aufzustehen, fiel aber gleich wieder auf alle Viere. Ein Teilnehmer half mir hoch (das Team war mit anderen Teilnehmern beschäftigt) und begleitete mich sicher hinaus, wo ich dann endlich meine Blase entleeren konnte. Wieder konnte ich in den wolkenfreien Sternenhimmel schauen und diesmal war das Leuchten der Stern noch intensiver, als in der 1. Nacht (ich hatte auch mehr DMT im System). Ich hatte das Gefühl, bis in die hintersten Galaxien schauen zu können. Wie eine Sonde suchte sich mein Auge einen Weg durch die Sterne und fand … neue Sterne. Dann riet mir mein helfender Engel wieder hinein zu gehen, denn es war die 2. Nacht noch kälter, als die 1. Nacht. Aber wieder habe ich von der Kälte nichts gemerkt (Wim-Hoff Effekt).

Auch diesmal tat die Erdung sehr gut. Zurück auf meiner Matte musste ich mich noch einmal kurz übergeben, aber dann war ich offenbar restlos gereinigt. Die Geräusche, die ich beim K..tzen von mir gab, waren in beiden Nächten nicht von dieser Welt. Ich klang, wie die 12-jährige Regan aus dem Film „Der Exorzist“. Einige im Raum fanden das komisch und lachten. Ich lachte mit, obwohl mir alles weh tat und mir auch noch etwas übel war. Ayahausca schraubt den Level des Aushaltbaren extrem hoch. Man sprengt in jeder Hinsicht seine eigenen Grenzen.

Dann wurde über Stunden Musik gemacht. Ich habe getrommelt, Cabassas oder Maultrommel gespielt und mitgesungen. Von vielen der spanischen Liedern kenne ich mittlerweile die Texte auswendig. Zur Morgendämmerung gab es dann den obligatorischen Abschluß-Rapé. Der kochte meine Energie noch einmal richtig hoch. Zeitgleich setzte bei meiner Freundin, die auf dem Platz neben mir lag, ein sehr starker emotionaler Prozess ein. Als ich mit meinem energetischen Prozess durch war, wurde sie ebenfalls still. Das kann immer wieder vorkommen, dass man sich mit den Energien eines anderen Teilnehmers synchronisiert. Genau das war offenbar bei meiner Freundin und mir passiert. Die Bilder beim Einschlafen waren ähnlich wie in der Nacht zuvor. Kunst, Unmengen von Kunst! Eine Vision ragte heraus. Ein weißer Raum, mit großen, weißen Kerzen und weißen Pflanzen. Der einzige Farbtupfer in diesem Raum waren die Flammen der Kerzen.

Fazit:

Keinerlei spirituelle Einsichten, keine Kommunikation mit Geistwesen. Kaum Gold, kaum Dämonen, außer die eigenen 😉 Beide Nächte waren vor allem der energetischen Reinigung vorbehalten, aber das war ja auch meine Intention. Ich weiß jetzt allerdings, wie diese Reinigung vonstatten geht. In einem Download bekam ich erklärt, dass schwere, dunkle Energie zunächst zu Materie transformiert wird und diese Materie spucken wir dann aus. Wie soll man auch sonst Energie durch Erbrechen hinausbefördern? Energie ist nicht materiell, K..tze schon. Und tatsächlich hatte ich vor allem in der 2. Nacht einen regelrechten Blähbauch, in dem Steine zu liegen schienen. Nach dem Erbrechen war der weg.

Update 12.08.22

Ich möchte mal berichten, wie es mir fünf Tage nach diesem sehr heftigen Retreat geht.

Meine Stimmung ist sehr gut, ich möchte sogar sagen, außergewöhnlich gut! Ich habe bereits einiges erkannt und bin immer noch dabei, Dinge zu erkennen und zu verstehen. Mir scheint, dass die Medizin diesmal besonders intensiv nachwirkt, nicht nur energetisch, sondern auch mental und spirituell.

Ich habe immer wieder sogenannte Downloads, also Spontaneinsichten. Während der beiden Zeremonien hatte ich ja keinerlei Downloads, oder Erkenntnisse, was halt auch daran lag, dass Ayahuasca vor allem mit der Reinigung meines stark mit negativen Energien kontaminierten Energiekörpers beschäftigt war. Und nach den Reinigungsprozessen wollte ich einfach nur noch Musik machen.

Musik ist meine wichtigste Medizin!

Auch die Träume sind anders, als sonst nach Ayahuasca. Hatte ich sonst oft Träume, wo ich dämonischen Energien begegnet bin (hier und hier), sind meine jetzigen Träumen purer Spaß – geradezu grotesk-surrealistischer Spaß 😀 Träume sagen sehr viel über den emotionalen Zustand eines Menschen aus, da sie vom Unterbewusstsein gesteuert werden. So haben zum Beispiel Depressive meist düstere Träume, während Nichtdepressive Nachts in Spaß und Lebenslust schwelgen, wie ich zur Zeit.

Dieses Ayahuasca war das stärkste, dass ich je getrunken habe, aber es war auch das transformierendste. Ich werde weiter berichten.