Die Perspektive macht’s

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Ab und zu lasse ich am Abend den Tag Revue passieren. Dazu nehme ich aber nicht die Ich-Position ein, sondern beobachte alle erlebten Momente aus der Sicht eines Außenstehenden. Wie das Lenor-Gewissen stehe ich dann neben mir und beobachte, wie ich mir Frühstück mache, die Fenster putze, den Katzenkratzbaum repariere oder mit der Gangschaltung des Fahrrades kämpfe. Ich schaue dann quasi einen Film, in dem ich der Hauptdarsteller bin. Das ist sehr aufschlußreich und vor allem emotionalisiert es. Ich werde dann gerührt von dem Alltag der Spezies Mensch, von ihrem Kampf mit so kleinen Dingen, wie einer in ihre Einzelteile zerfallende Fahrradgangschaltung, oder der Malerrolle, die weiße Farbspritzer auf die Fensterscheiben drapiert. So ein Wesen kann man eigentlich nur mögen und damit meine ich nicht speziell mich – obwohl ich mich schon ganz schön mag – sondern die Spezies Mensch allgemein.

Die wurde in die Welt entlassen und keiner hat ihr gesagt, wie das geht. Also, das Leben. Deshalb lebt Mensch so, wie er oder sie es gerade für richtig hält und verstrickt sich dabei in immer mehr Unsinnigkeiten, so dass man einen möglichen Gott anrufen möchte, damit er regulierend einschreite. Wie hilflos das Wesen Mensch doch ist. Aber genau das macht ihn wiederum so liebenswert. Ein Herz für die Schwächsten könnte man meinen, aber das stimmt nicht. Der Mensch ist mutig, denn er hat sich vorgenommen, alle Fehler zu machen, die man nur machen kann – alle! Wie ein übermütiger Teenager, der am Rande einer Schlucht balanciert, ohne die Wurzel zu sehen, über die er gleich stolpert, irrt Mensch durch sein Environment Erde, das ihm – wirklich großzügig – zur Verfügung gestellt worden ist, immer noch nicht wissend, wozu das alles gut sein soll.

Das kriegt der aber noch raus. Forschen und Rauskriegen ist eine der großen Spezialitäten der Spezies Mensch! Und dann wird er, wie das Lenor-Gewissen, neben sich stehen und denken: „Ach deswegen das Ganze! Und ich dachte die ganze Zeit, neeh, das ist zu einfach“. Die Antwort kenne ich leider nicht, weil ich – wie wir alle – immer noch am Rande der Schlucht balanciere. Meine Katzen hingegen wissen es bereits, haben aber vor ihrer Inkarnation versprechen müssen, es niemandem zu verraten 😉