Drachenhochzeit – Traumbericht

Es ist exakt 1 Uhr nachts und ich wache aus einem Traum auf, der nicht einfach nur ein Traum war. Es war ein Tripp, ein Donnerschlag, die Begegnung mit einem Drachen, einem Dämon – ich weiss es nicht. Ich hab so etwas noch nicht erlebt, weder im Schlaf, noch auf meinen vielen Ayahuasca-Exkursionen.

Die Drachenhochzeit
Mein jüngerer Bruder, ein Bekannter und ich sind auf dem Weg zu einem Theaterstück. Wir sind noch Jugendliche, oder sagen wir, sehr junge Erwachsene. Wir passieren eine verwilderte Grasfläche, als über uns ein lautes, metallisches Geräusch ertönt. Es klingt wie ein großes Blech, dass erschüttert wird und laut ZONG macht. Ich erschrecke. Mein Bruder weiß, wo das Geräusch herkommt und sagt zu mir, „ja, ich erschrecke auch noch oft, wenn ich ihn höre“ und schaut dabei erfurchtsvoll nach oben. Jetzt schaue ich auch hinauf und sehe auf Höhe der Wolken ein großes, schwarzes Flugwesen. Es sieht aus, wie ein fliegender Rochen mit Drachenschwanz und jeder Schlag mit seinen Flügeln macht ZONG, wenn auch nicht so laut, wie in dem Moment, als ich erschrak. Ich bin fasziniert und lasse nicht die Augen von ihm.

Mein Bruder erklärt mir, dass dieser Drache eine unglaublich starke Energie habe und er sich dem Menschen normalerweise nicht nähert. Aber er habe etwas dabei, womit man ihn anlocken kann. Man müsse es einnehmen, doch es berge auch ein Risiko. Der Drache dürfe einem nicht zu nahe kommen, seine Energie könne einen verbrennen. Er fragt mich, ob ich bereit wäre, es zu versuchen? Ich willige ein. Dann bekomme ich genaue Instruktionen, was ich zu tun habe, damit ich keine Gefahr laufe, von der Energie des Drachen pulverisiert zu werden. Das Mittel wird sehr schnell wirken, erklärt mir mein Bruder. Dann wird der Drache heruntergeschossen kommen. Du wirst spüren, wie er immer näher kommt und hören wirst du ihn auch.

Wenn wir dir zurufen, dass du dich zur Seite rollen sollst, musst du dich sofort zur Seite rollen, das sei überlebenswichtig! Auf keinen Fall dürfe der Drache mir zu nahe kommen, oder mich gar treffen!

Ich versichere, alles verstanden zu haben und mache mich bereit. Ich lege mich auf den Rücken und bekomme eine geschmacklose Substanz auf die Zunge gebröselt, die sich schnell auflöst. Im selben Augenblick falle ich in eine Trance. Es wird schlagartig hell in meinem Kopf und ein Summen setzt ein. Jetzt erwarte ich den Drachen.

Ich vernehme ein immer lauter werdendes, metallisches Donnern und spüre deutlich die ansteigende Energie. Ich bin aufgeregt. Es ist ein Gefühl, wie ich es noch nicht kenne, eine sehr starke Energie, die mich immer mehr einnimmt. Vom Lärm seiner Flügelschläge her scheint der Drache jetzt nur noch wenige Meter über mir zu sein. Ich höre meinen Bruder und meinen Bekannten rufen, JETZT! DRHE DICH ZUR SEITE!!

Ich versuche mich zur Seite zu drehen, aber ich kann nicht. Ich versuche es erneut, aber es klappt nicht. Die Energie ist mittlerweile extrem stark und ich fühle meinen Körper nicht mehr. Dann schlägt der Drache mit einem Donnerschlag in mich ein. Ich werde komplett pulverisiert und Eins mit dem Universum. Ich schaue in einen riesigen, roten Spiralnebel und bin gleichzeitig der Spiralnebel. Dann werde ich zu unzähligen Sonnen und bin gleichzeitig diese Sonnen. Die Energie ist unfassbar stark und gleichzeitig unfassbar schön. Plötzlich endet alles so schnell, wie es begonnen hat. Der Drache fliegt fort und lässt mich verstört zurück.

Als ich die Augen öffne, sehe ich aus müden Schlitzen meine beiden Begleiter. „Warum hast du dich nicht zur Seite gerollt?“ schimpft mein Bruder, mit besorgtem Gesicht. „Ich konnte nicht, ich war paralysiert“. Dann helfen sie mir auf und fragen, ob es mir gut gehe? Ich sage ja, alles super, es war das Extremste, was ich je erlebt habe! Er wiederholt, dass es sehr gefährlich sei, Eins mit dem Drachen zu werden, aber wenn man es hinter sich hat, soll es das Krasseste sein, das man als Mensch erleben kann. Dann fasse ich mein Erlebnis zusammen:

Der Drache hat mir gezeigt, dass er das Universum ist und mich für einen Moment er sein lassen!

Im Theater
Dann gehen wir zu dem Theater. Es ist kein Theater im klassischen Sinne, sondern eine große Halle. In dem Stück soll es um die Macht der Drachen gehen. Auf dem Weg zu meinem Platz treffe ich eine Ex und ihren neuen Freund. Ich freue mich ihn wiederzusehen, weil ich ihn nett finde, aber über sie freue ich mich nicht. Sie ist eine Narzisstin, wie sie im Buche steht. Sie greift mit einem traurigen Blick nach meiner Hand, aber ich erwidere die Geste nicht und lasse die Ihre ins Leere gleiten. Dann kämpfe ich mich durch die Massen, die Menschen mit angedeuteten Schwimmbewegungen zur Seite drängelnd. An meinem Platz angekommen, schaue ich dem Schauspiel zu, es hat bereits begonnen. Zahlreiche Kinder, die mit bunten Leucht-LED’s bestückt sind, spielen in einer riesigen, dunklen Halle ein Theaterstück. Auch dieses Theaterstück hat etwas von einem Tripp. Ein besonders auffällig illuminiertes Kind spielt einen Drachen und die anderen das Dorf, das angesichts des Drachens aufgeregt durcheinander läuft.

Plötzlich klopft mir der Bekannte auf die Schulter. Ob ich das Steam noch hab, von dem mein Bruder mir gegeben habe? Ich antworte, nein, das muss mein Bruder haben. Jetzt rastet mein Bekannter komplett aus und schreit mich an. Ich müsse das haben, das dürfe ich auf keinen Fall verlieren, wenn das in die falschen Hände kommt! Ich stehe auf und dränge ihn aus der Halle, in eine Art Fourier. Auch hier sind überall Menschen, aber es ist mir egal. Ich bin stinksauer und zische ihn an, ob er noch recht bei Trost sei, so ein Affentanz aufzuführen, wegen irgendwelcher Drogen! Ich babe das Steam, oder wie es heißt, nicht. Dann greife ich in die Jackentasche, um es ihm zu beweisen und habe es in der Hand!? Ich bin völlig verdattert und sehe, dass ich die Jacke von meinem Bruder anhabe. Ich gebe dem Bekannten das „Steam“ und entschuldige mich „Ich wusste nicht, das ich versehentlich die Jacke von meinem Bruder angezogen habe“.

Kaum bin ich zurück auf meinem Platz, werde ich von meinem Platznachbar mit Wasser bespritzt. Alle Besucher des Theaters spritzen sich jetzt aus mitgebrachten Zerstäubern mit Wasser an. Es ist so eine Art Erlebnistheater, realisiere ich. Das Publikum greift Teile der gespielten Szenen auf und macht sie aktiv mit. Die Kinder in der Halle laufen just in diesem Moment wild durcheinander, weil es in dem Theaterstück angefangen hat zu regnen. Nach dem Regen kommen in dem Theaterstück alle zusammen und setzen sich an eine große Tafel, um gemeinsam zu essen, was das Publikum dazu animiert, seinerseits zu essen. Mir wird das zu albern und ich verlasse ohne die anderen das Theater.

Auf dem Fussweg nach Hause durchfährt meine linke Schulter ein stechender, elektrischer Schmerz. Ich bleibe stehen und spüre in mich hinein. Es scheint mir gut zu gehen. Dennoch drossle ich das Gehtempo und beschließe, mich zuhause hinzulegen. Dann werde ich wach.

Ich spüre erneut in mich hinein und fühle weder irgendeinen Schmerz, noch irgendeine Art von Unwohlsein. Stattdessen eine deutliche, aber nicht all zu starke Kundalini, die meinen ganzen Körper ausfüllt. Jedes Quantum meines Energiekörpers ist in Bewegung und ich vernehme eine feine, wohltuende Vibration. Normalerweise genieße ich das eine Weile, aber diesmal stehe ich auf. Ich will sehen, ob mit mir wirklich alles in Ordnung ist, kann aber nichts entdecken, was mir Sorgen bereiten müsste. Sicherheitshalber nehme ich ein Kalium-Magnesium Präparat und trinke ein großes Glas Wasser. Dann warte ich, dass die Energie nachlässt, die Kundalini.

Während ich warte, schreibe ich den Traum auf.

Keine Ahnung, was das war. Ein Traum? Ein Tripp? Eine Reise in ein paralleles Leben? Die Energie war nicht die Kundalini und es war auch nicht die Energie, die ich sie beim Ayahuasca immer erfahre. Sie war total anders und dennoch sehr stark. Sie hatte etwas magnetisches. Es war, als würde ein großer Magnet über mir schweben und mich erst auf den Boden drücken und anschließend atomisieren. Da ich nicht weiß, was da auf mich nieder gesaust war und Eins mit dem Universum hat werden lassen, räuchere ich mich mit Palo-Santo Holz ab, das vertreibt mögliche Dämonen 😉 Die Katze flüchtet. Sie hasst den Geruch. Ich liebe ihn 🙂

Interessant war auch der nachfolgende Traum. Ich begegnete einer Magierin, jedenfalls wurde sie mir als solche vorgestellt. Sie trug ein langes, schwarzes Kleid, das mit Pailletten verziert war. Ihr dunkles Haar war zu einem Knoten gebunden und wurde von einem roten, ebenfalls mit Pailletten verzierten Tuch gehalten. Sie kam wortlos auf mich zu, gab mir einen Kuss und ging wieder. Beim Küssen hinterließ sie etwas in meinem Mund – einen schwarzen Turmalin. Turmalin ist ein Schutzstein!