Hypnagogie-Report 20.05.2019

Die leuchtende Stadt

Zur Zeit Klarträume ich kaum, 1-2 kurze KTs pro Monat. Allerdings trainiere ich es auch seit einigen Monaten nicht mehr, weil ich gerade nicht so Lust aufs Klarträumen habe. Daher scheint sich mein Gehirn ein anderes Ventil für überschüssige Energie gesucht zu haben – es lässt mich nachts trippen! Vor allem in der 1. hypnopompe Phase, also der Phase nach dem 1. Traum, welcher meistens in die Tiefschlafphase fällt. Diese Phase ist oft anders, als die darauffolgenden hypnopompen Phasen, sie ist nicht selten ziemlich “trippy”. Nicht besonders lang, meistens, aber mit schönen Mustern, Kundalini-Wellen und innerem Licht. Letzte Nacht war diese Phase besonders lang und ausgeprägt. Hier mein Bericht.

Ich gehe schon um 22 Uhr schlafen, weil um 5 Uhr der Wecker klingeln wird. Ich schlafe sofort ein und habe einen intensiven Traum, der allerdings so unstrukturiert ist, dass ich ihn mir nicht merken kann. Auch bin ich zu abgelenkt, als ich gegen 1 Uhr aus dem Traum erwache.

Es beginnt damit, dass ich in ein helles, weißes Licht schaue. Dann gesellen sich silbrig leuchtende Fischgrätenmuster zu dem Licht. Sie schwimmen in meinem inneren Universum umher, wie kleine Geißeltierchen in der Tiefsee, drehen sich um sich selbst und veränderten dabei ihre Form. Dann vereinen sie sich und bilden komplexere Muster. Die Muster werden auch in sich immer komplexer und nehmen den Charakter von Fraktalen an. Weiterhin scheint über allem eine imaginäre, weiße Sonne.

Dann ändert sich das Licht. Statt Weiß ist jetzt alles in ein helles Blau gehüllt, auch die aus Fraktalen zusammengesetzten Gebilde leuchten jetzt nicht mehr silbern, sondern metallisch blau. Die Gebilde werden strukturierter und fangen an, Gebäude zu formen. Als erstes ein Kuppelgebäude, welches aus einer Vielzahl von Mustern zu bestehen scheint, die orientalischen Charakter haben. Es kommen weitere Gebäude hinzu, immer mehr und zum Teil auch höher. Gleichzeitig wird aus Hellblau, Dunkelblau, das weiße Licht existiert nur noch als schimmernder Rahmen um die Szene herum. In wenigen Sekunden hat sich eine komplette Stadt erschaffen. Die Gebäude der Stadt sind dicht aneinander gereiht und bestehen aus dunkelblau leuchtenden Ornamenten, welche an die Muster im Inneren von Moscheen erinnern.

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Die leuchtende Stadt ist mittlerweile riesig und wunderschön! Wie eine unsichtbare Kamera fliege ich durch sie hindurch und schaue mir Details an. Geschwungene Muster in geschwungenen Mustern – Fraktale eben. Beim Heranzoomen verlieren die Gebäude ihre Gestalt. Auch ist es beim genauen Hinsehen gar keine Stadt, sie war es nur aus der fernen Betrachtung heraus. Aus der Nähe ist sie ein komplexes Kunstobjekt, dessen Ornamente und Fraktale ständig in Bewegung sind. Dann verblasst alles, auch das weiße Licht. Zurück bleibt violett-blauer Nebel und ein leichtes Flackern, als ob irgendwo eine Birne kaputt ist.

Ich möchte das nochmal erleben und erinnere mich an das Gefühl, dass ich während der leuchtenden Stadt hatte. Ich versuche das Gefühl per Imagination zu erzeugen und es gelingt mir tatsächlich. Das weiße Licht kommt zurück, allerdings nicht so intensiv, wie beim 1. Mal.

Diesmal bilden sich keine Muster. Dafür fliegen unzählige leuchtende Punkte in dem Raum herum. Sie kommen auf mich zu, sausen an mir vorbei und verschwinden wieder im Nichts. Dann verblasst die Szene. Ermutigt durch diesen ersten Versuch, probiere ich es erneut. Wieder bringe ich mir das Gefühl während des ersten Erlebnisses in Erinnerung und wieder erscheint das weiße Licht. Diesmal wieder begleitet von Mustern. Silber leuchtende Fischgrätenmuster, die sich langsam und friedlich um sich selbst drehen. Sie vereinen sich nicht, wie beim ersten Mal und bilden auch keine Fraktale. Sie schweben einfach nur rum und schimmern anmutig vor sich hin.

Als auch diese Szene verblasst, belasse ich es dabei, da ich früh raus muss. Es folgt ein ganz normaler Trübtraum. Morgens bin ich zwar unausgeschlafen, aber zufrieden. Es war ein sehr schönes Erlebnis! Was immer diesen hypnopompen Trip verursacht hatte, es kam aus mir und war Teil meiner eigenen Hirnchemie. Keine Supplements oder gar Drogen waren im Spiel.

UPDATE (21.05.2019):

Heute Nacht war es ähnlich. Dieselbe Ausgangssituation. 1 Tasse Beifusstee vorm Schlafengehen um 22 Uhr. Werte ich nicht als Supplement, zumal ich den seit Jahren vorm Schlafengehen trink. Kein B6, kein Hypertine-A, kein Gingko – alles Wachmacher und wurden daher wegen meiner anstehenden Frühschicht weggelassen. Mein heutiger Bericht:

Um kurz nach 2 Uhr wache ich aus einem Traum auf, den ich nicht mehr erinnere. Starkes energetisches Körpergefühl, das sich bis in den Kopf ausbreitet.

Es schallt ein lautes „Yea“ durch meinen Kopf, dann bricht das Spektakel los. Starke Lichteffekte, derart, dass weiße Lichtblasen im Stirnbereich auploppen und dann wieder in sich zusammenfallen. Immer mehr dieser Blasen wabern aus meiner Stirn. Schließlich werden sie zu einer großen Gesamtblase, die nicht in sich zusammenfällt. Es stellt sich ein vergleichbarer Zustand ein, wie die Nacht zuvor. Mein Gesichtsfeld ist ausgefüllt von weißem Licht, das diesmal Gelbschattierungen aufweist.

Wie ein Scheinwerfer, mit dem man in einen tiefen Ozean leuchtet, um die Tiere dort zu sehen, erhellt das Licht aus meiner Stirn meine innere Welt. Überall bewegt sich etwas. Muster, Ornamente, bunte Nebelschwaden – mein kompletter innerer Space scheint in Bewegung zu sein. Der Hintergrund ist hell-violett. Es erscheinen Hände, die aus einer dunkelvioletten Robe ragen und gestikulieren, dass ich mitkommen soll. Sie verschwinden wieder. Dann erscheinen zwei schöne Frauengesichter, die ebenfalls schnell wieder verblassen.

Wenn ich den Fokus auf den Stirnbereich lenke, verstärkt sich das Geschehen und alles, was sich bewegt, fängt an zu leuchten. Zweimal erscheinen für einen kurzen Moment stark leuchtende Fraktale, wie man sie von DMT her kennt. Ich spiele mit der Möglichkeit des Verstärkens herum und kann den Level lange halten. Mit der Stärke der Muster, Bilder und Farben nimmt auch das energetische Gefühl zu – es scheint beides in einem Zusammenhang zu stehen.

Ich kann nicht alles beschreiben, was ich gesehen habe, da im Gegensatz zur Nacht davor kein konkretes Bild erzeugt wurde (die leuchtende Stadt), sondern mein Hirn wie am Fließband Farben und Muster generierte, die man aufgrund ihrer Komplexität nur als Eindruck wiedergeben kann, nicht aber im Detail.

Irgendwann ist Schluss, alle Lichter gehen aus und ich kann weiterschlafen. Wegen der starken Vibrationen dauert das dennoch ein wenig. Für Körperaustrittsversuche reicht die Stärke der Vibrationen nicht.

Erklärungsversuch:

Da ich von einigen Ayahuasca-Erfahrungen weiß, wie DMT wirkt, erkenne ich deutliche Parallelen. Die Ursache für die Phänomene der letzten beiden Nächte könnte körpereigenes DMT gewesen sein. Das starke elektrische Körpergefühl könnte körpereigenes Bufotenin verursacht haben, welches beim Menschen im Urin nachgewiesen werden kann (die Zerfallsprodukte von DMT ebenfalls) und auch beim Ayahuasca vermutlich für das starke energetische Empfinden verantwortlich ist.

Das Licht, das mir quasi aus der Stirn tropfte, könnte auf ein übermässig aktives Stirnchakra zurückzuführen sein. Das Stirnchakra liegt wie eine Scheibe horizontal 1-3 cm über der Nasenwurzel und durchdringt den gesamten Schädel. In der Mitte des Stirnchakras liegt die Zirbeldrüse, die Melatonin und Pinolen herstellt. Dass sie auch DMT herstellt, ist eine Vermutung, da sie es bei einigen Wirbeltieren tut – zumindest bei denen, wo es untersucht worden ist (Ratten, Hunde, Kaninchen). Die Mengen gelten aber als so gering, dass sie keine psychoaktive Wirkung haben dürften.

Jedoch ist auf NCBI eine sehr spannende, wissenschaftliche Arbeit veröffentlich, die nahelegt, dass die Nervenzellen das körpereigene DMT auch speichern können und es zu einer Akkumulation von DMT kommen kann, bis hin zu pharmakologisch relevanten Mengen.

“The high levels of DMT concentration found in vesicles are needed for various pharmacological actions including activation of sigma-1 receptors and TAARs as described below. Once uptake and storage of DMT has been completed, it can remained stored in vesicles for at least 1 week and can be released under appropriate stimuli.” (…) DMT can be locally sequestered in neurotransmitter storage vesicles at pharmacologically relevant concentrations, (…) These findings suggest that DMT may have a role in normal physiological and/or psychopathology.

Erzeugt die Zirbeldrüse obendrein genügend Pinolen, welches ein Monoaminooxidase (MAO)-Hemmer ist, ähnlich wie das Harmin der Steppenraute und der Ayahausca-Liane, dann wird dieses körpereigene DMT nicht gleich wieder zerstört und steht dem Gehirn zur Verfügung. Körpereigenes DMT + körpereigene MAO-Hemmer wären dann körpereigenes Ayahuasca.

Vielleicht war es die Kombination aus körpereigenem DMT, Pinolen und Bufotenin, vielleicht auch nicht. Da ich mir schlecht eine Sonde ins Hirn legen kann, muss es erstmal bei diesem Erklärungsversuch bleiben. Ich beobachte das weiter, auch welche Rolle meine täglichen Kundalini-Reiki Übungen eventuell dabei spielen, in die ich auch das Stirnchakra einbeziehe.

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