Klartraum-Bericht vom 26.02.2019

Gefangen im Winterelend

Ich wache aus einem Trübtraum auf, schaue für ein paar Minuten in helles Licht, während ich mich eines Liedes erinnere, das im letzten Traum gespielt wurde. Dann schlafe ich irgendwann wieder ein.   Ich bin unmittelbar klar. Mein erster Gedanke ist, oh, noch ein Klartraum, das ist ja toll (wobei ich den Klartraum aus der vorangegangenen Traumphase nur schemenhaft erinnere. Ich hatte einen grünen Stein, mit dem ich die Perspektive der Traumumgebung ändern konnte – das ist alles, was ich noch weiss).  

Ich bin in der Natur und schaue mich um. Winterlandschaft, eine dünne, immer wieder aufbrechende Schneedecke, grauer Einheitshimmel – trist, anders kann man es nicht nennen. Ich friere. Ich schaue mir alles genau an, was anderes kommt mir angesichts der Trostlosigkeit nicht in den Sinn. Ich studiere alle Einzelheiten. Jeder Stein wird genau inspiziert, jeder Grashalm, jedes Stück Müll, das unachtsam in die Landschaft geworfen worden ist. Dieser Klartraum ist so realistisch, dass sogar auf Müll nicht verzichtet wurde. Ich gelange an eine kleine Asphaltstrasse, die meinen Weg kreuzt. Hier liegt besonders viel Müll. Ein rostiger Kühlschrank, alte Matratzen, Plastiktüten, aus denen der Abfall quillt.  

Dann kommt erstmals Bewegung in den Traum. Ein Auto braust von links aus der Strasse, am Müll vorbei und verschwindet dann im Nirgendwo. Das wars auch schon an Action. Ich beschließe, mir alles von oben anzuschauen. Senkrechter Start auf ca. 50 Meter Höhe. Von hier sieht alles viel schöner aus. Interessant finde ich, dass das komplette Traumenvironment in diffuses Licht gehüllt ist, wie man es von Winternachmittagen her kennt. Dann lande ich wieder.

schallundwort.de, Klartraum, Klarträumen, Astralreisen, Ayahuasca, Kundalini, Polit-Blog, Corona-News, Kritisches

Ich begebe mich in die Mitte eines dünn mit Schnee bedeckten Ackers und beschließe, die Umgebung zu ändern. Ich habe Lust auf Sommer und Wärme und rufe ich mir eine typische, kretische Landschaft in Erinnerung, mit Gräsern und Kräutern, blauem Himmel und blauem Meer. Tatsächlich beginnt sich die Traumumgebung zu ändern. Der Himmel klart auf, der Wald am Horizont wird zum Meer und aus dem Schneeacker wird eine grasbewachsene Steppe. Nur wärmer wird es nicht.  

Als ich loslaufe, zum Meer, erstarrt es in seiner Bewegung. Die weißen Schaumkronen werden zu Schnee, die Wellen zu durcheinandergewirbelten Ähren und der Himmel wieder grau. Es soll in diesem Traum ganz offensichtlich Winter bleiben.  

Da der Traum stabil ist, ich aber nicht genug Vorstellungskraft habe, ihn zu ändern, versuche ich mich aus dem Traum zu rollen, in der Hoffnung, dass es irgendetwas bewirkt, Hauptsache aus dieser Trostlosigkeit raus. Ich lege mich auf den Rücken, schließe die Augen und rolle mit kräftigem Schwung nach rechts. Nichts passiert – als ich die Augen öffne, liege ich immer noch auf dem Acker. Ok, denke ich, falsche Richtung. Ich versuche nach links zu rollen und stoße auf starken Widerstand. Nur mit hohem Kraftaufwand gelingt mir eine langsame Rolle nach links. Für einen kurzen Moment scheint sich der Traum aufzulösen und in Einzelteilen um mich herum zu wirbeln (ich nenne das immer Pixelspace). Als ich die Augen öffne, liege ich leider immer noch auf dem Winteracker. Ich will es ein letztes Mal versuchen. Nicht nur, dass ich nicht aus dem Traum fliege, obwohl ich die Augen schließe, was sonst immer passiert, auch bewirkt das zur Seite rollen normalerweise wenigstens einen Umgebungswechsel. Ich konzentriere mich so gut ich kann und rolle dann ruckartig nach rechts. Wieder Pixelspace.  

Abermals scheint der Traum explodiert zu sein, sausen seine Einzelteile durch die Gegend, doch als ich die Augen öffne – liege ich immer noch auf dem Acker und schaue in den grauen Winterhimmel.  

Dann stehe ich auf und fliege nochmal eine kleine Runde. Kein Mensch weit und breit, kein Haus, nichts was an Leben erinnert. Als ich lande, kommt eine Katze angerannt. Sie hat einen roten Pullover an, Miaut roboterhaft und saust an mir vorbei, ohne ihre Beine zu bewegen. Jetzt ist das einzig Lebendige auch noch schlecht animiert, denke ich, und werde wach.  

Meine Klarträume sind zur Zeit nicht sehr erzählenswert. Entweder sind sie nur sehr kurz, wie gestern, wo ich einfach nur in der Gegend herumgeflogen bin und versucht habe, mir alle Details genau zu merken, um dann beim Aufwachen festzustellen, das ich mich an kaum was erinnern konnte, oder es passiert einfach nichts. Nun gehöre ich allerdings auch zu denen, die mit Void & Co nichts anfangen können.

Klarträumen lernen