Klartraum-Bericht vom 13.09.2019

Die perfekte Trommel

Ich bin im Keller einer verlassenen Fabrik und sofort klar. Ich orientiere mich. Lange Gänge, mit roten Markierungen an den Wänden und verschlossene Türen. Ich öffne die 1. Tür, um auf eine weitere, verschlossene Tür zu stoßen, eine Holztür. Ich luke durch die Holzlatten hindurch, kann aber nur Schutt entdecken. Ordentlich, wie ich bin, schließe ich die äussere Tür wieder und gehe weiter. Die Markierungen an den Wänden wechseln von Rot auf Blau. Ich öffne die nächste Tür und gelange in einen Raum, wo überall Wäsche hängt. Alles mögliche – Hemden, Shirts, Pullies. Es sind Kinderklamotten. 

Dann kommt ein Junge herein. Er fragt freundlich, wer ich sei? Ich sage, dass ich von oben komme und zufällig hier sei. Er bietet an, mir alles zu zeigen und wir laufen los. Wir treffen noch andere Kinder, sie stehen oder sitzen in den Gängen und sind alle fröhlich und lächeln mir zu. Wir gelangen in eine Art Halle, wo eine staubige Tischtennisplatte steht, sonst nichts. Überhaupt ist es sehr staubig hier. Es dringt Sonnenlicht rein, wir befinden uns offenbar nicht mehr im Keller. Ich schaue mich um und entdecke einen schmalen Gang, der nach draussen führt. Ich bedanke mich bei dem Jungen und gehe hinaus.

Die Sonne blendet. Es ist ein alter Stadtteil, mit engen Gassen und alles ist sehr gedrängt. Ein staubiger Lieferwagen zwängt sich eine schmale Strasse hinab und Menschen gehen rechts von mir in eine Markthalle, wo es verschiedene Stände gibt. An einem Stand gibt es Zeitschriften und Zeitungen. Ich kann die Schrift auf den Zeitungen zwar sehr gut lesen, obwohl ich im Wachleben weitsichtig bin, aber es ist keine mir bekannte Sprache. Die Schrift ist in lateinischen Buchstaben. 

Dann sehe ich zwei Frauen. Ich frage sie, ob sie einen Essensstand empfehlen können, aber sie raten mir ab hier zu essen, es würde nicht schmecken. Es ist sehr voll und die Schlangen vor den Essensständen sind lang. Da ich keine Lust habe, meine Klartraumzeit mit Warten zu verbringen, begebe mich wieder nach draussen.

Die Stadt erinnert mich an Lissabon. Ich laufe eine Strasse entlang und entdecke einen Musikalienhandel, es hängen verschiedene Saiteninstrumente im Fenster. Schon der Eingang ist ein Augenschmaus. Überall hängt verspielt irgendetwas herum, was ich nicht identifizieren oder zuordnen kann – es ist einfach nur schmucke, hübsche Kunst. Im Musikgeschäft bedient ein älterer, weißhaariger Mann. Es sind noch andere Kunden im Laden und schauen sich um. Ich frage den Verkäufer, ob ich die Trommeln ausprobieren könne und er erlaubt es mir. 

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Alle möglichen Arten von Trommeln sind dort zu sehen. Bongos, Congas, Umhängetrommeln, eine Trommel aus einem ausgehöhlten Baumstumpf. Ausser den Trommeln gibt es noch viele andere Instrumente, aber die interessieren mich nicht. Ich zwänge mich durch verschiedene Instrumente, Notenständer und sonstiges Gerät zu den Congas, die weiter hinten stehen. Der Laden ist sehr klein und bis zum Rand vollgestopft mit Instrumenten.

Die Congas sind ein 3-er Set, wobei bei der mittleren, der Conga, das Fell einen Riss hat und herumschlabbert. Die Qinto, die kleinste und die Tumba, die größte, sind heile und ich spiele drauf. Sie klingen nicht besonders, es fehlt ihnen a) die richtige Stimmung und b) Volumen. Ich schaue sie mir genauer an. Zwei verschiedene Holzarten abwechselnd aneinander geleimt. Diese Bauart hat meist einen kurzen aber ansonsten vollen Klang – diese hier nicht. Ich greife mir die Tumba heraus und setze mich auf den einzigen Stuhl im Geschäft und spiele einen Mambo. Ganz ok, der Klang, aber nicht überwältigend. Ich will für den Klartraum was bassiges, volles und ich eigentlich eine kleine Trommel, die ich zukünftig bei meinen Klarträumen dabei haben kann. 

Ich schlendere durch den engen Laden und haue auf alles, was nach Trommel aussieht, auch die Umhängetrommel wird probiert. Sie klingt hell und klar, ist aber für unterwegs zu groß. Die Baumstumpftrommel klingt am besten, sehr schöner Bass, aber sie ist schwer, wie ein Baumstumpf eben schwer ist. Jetzt gehe ich zu den Percussions-Instrumenten kleinerer Bauart und probiere einige aus. Alle muss man mit einem Plöckel oder Stock spielen, was für mich ein Ausschlusskriterium ist, es soll eine Handtrommel sein. Die Bongo von vorhin ist nicht mehr auffindbar. 

Ein kleines, rundes Instrument aus hellem Holz sticht mir entgegen. Ich schlage drauf und es klingt großartig. Es klingt voll und warm, wie eine große Trommel, nur das es die Größe einer Keksdose hat. Ich schaue auf den Preis und bin geschockt. 934 Euro! Ich weiß zwar, dass ich mit Kreditkarte zahlen werde und es mir im Wachleben egal sein kann, wenn ich im Klartraum meine Kreditkarte belaste, bin dennoch über die Preise in diesem Traum überrascht. Der Verkäufer registriert mein Entsetzen und bietet mir einen Preisnachlass von 200 Euro an, was sehr großzügig ist. Er bemerkt, dass die Trommel zwar klein ist, aber genauso klingt, wie eine Große, womit er absolut Recht hat. 

In diesem Traum wird der Preis offenbar nach Qualität bemessen und nicht nach Quantität. Ich zücke meine Kreditkarte und reiche sie ihm, auch sie ist staubig. Er zieht sie durch sein Lesegerät und packt mir die Trommel in eine Papiertüte. Beim Rausgehen überlege ich, dass es echt krass wäre, wenn ich am nächsten Morgen entdecken würde, dass mir 734 Euro von meiner Kreditkarte abgebucht wurden. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Traumkreditkarte gedeckt ist und ich den Mann gerade nicht übervorteilt habe.

Ich schlendere eine stark befahrene Strasse entlang, überquere eine weitere und schaue links von mir auf ein in einiger Entfernung befindliches, modernes Business-Viertel mit verglasten Towers und Skyscrapern. Einer hat ein großes Sonnensegeln auf dem Dach, wie das berühmte Hotel in Singapur. Ich überlege kurz, ob ich dort hinauf fliegen sollte, der Ausblick wäre bestimmt genial, aber auf Fliegen habe ich gerade keine Lust. 

Der Klartraum ist erstaunlich stabil, ich habe nicht 1 Mal stabilisiert bis jetzt, statt dessen immer wieder den Fokus aufs Traum-Hier-und-Jetzt gelegt. Ich beschließe zum Haus von Asung zu gehen. Gerade will ich mich dorthin geben, da reißt mich ein lauter Pfeifton auf dem rechten Ohr aus dem Traum.

Ich habe keine Ahnung, was das Haus von Asung ist und ärgere mich über den Tinitus, denn der Traum war immer noch sehr stabil.

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