Mein 10. Ayahuasca Retreat (Mai 2019)

1. Nacht

Die beiden Nächte waren sehr unterschiedlich. In der ersten Nacht fiel mir schon zu Beginn des sehr schönen Zeremonie-Ortes auf, dass der Raum eine sehr starke Energie besitzt. Um mich zu sammeln und innerlich auf die 1. Nacht vorzubereiten, setzte ich mich auf meine Matte und meditierte. Es setzten sehr starke Kundalinischübe ein, ohne, dass ich irgendetwas gemacht hatte. Der Raum knisterte förmlich vor Energie. Ich sagte zu mir, dass ich eigentlich gar kein Ayahuasca mehr nehmen bräuchte, so stark war die Energie. Dann wurde das Yagé ausgegeben. Es war wieder sehr dickflüssig und kaum herunter zu bekommen. Ich setzte mich auf meine Matte und entspannte.

Zunächst kamen die üblichen körperlichen Erscheinungen. Aufsteigende Hitze, Unruhe, leichtes Zittern, aber dann normalisierte sich alles schlagartig. Keine Visonen, keine Übelkeit, nichts. Ich wartete. Inzwischen war im Raum der altbekannte Lärm ausgebrochen, weil sich einer nach dem anderen übergeben musste. Bei mir passierte nichts, außer einem Anflug einer Vision. Sehr ungewöhnlich, weil ich bislang immer so starke Visionen hatte, dass ich irgendwann sogar genervt davon war.

Ich genoß die Nacht trotzdem. Die Musik war wie immer sehr schön und ich hatte immer wieder längere Strecken tiefer Meditation. Als der Schamane zur zweiten Tasse rief, reagierte ich nicht, irgendwie war ich noch nicht so weit. Ich ging raus in die kalte Mai-Nacht und schaute in einen sternreichen Himmel, sogar die Milchstrasse war klar und deutlich zu sehen. Dann ging ich wieder rein und bat den Schamanen und einen kleinen Schluck Yagé. Er wollte gerade den Becher halb voll füllen, als ich gestikulierte, dass es genug sei. Er lachte und sagte, dass da ja fast gar nichts drin sei? Ich begab mich auf meinen Platz und wartete. Die Wirkung kam schnell.

Obwohl es höchstens zwei Fingerhüte Yagé waren, kam eine sehr kraftvolle Energie auf mich zu gerast. Grelle, bizarre Visionen, heftiges Übergeben, gefolgt von noch kraftvolleren Visionen begleiteten diese Energie. Ich hatte das volle Programm und es ging noch gute zwei Stunden.

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Kunstvolle, sehr schönen Visionen, die ich diesmal genießen konnte. Es wurde bereits hell, als ich immer noch in einer bunt leuchtenden Neonwelt gefangen war, begleitet von einem sehr starken, energetischen Körpergefühl. Noch drei Stunden später, beim Frühstück, war ich voll von dieser Energie und wenn ich die Augen schloss, sah ich traumartige Bilder.

2. Nacht

Die zweite Nacht folgte der gewohnten Choreografie. Visionen, Kotzen, noch stärkere Visionen + Tinitus und der Kampf gegen das aus dem Körper gerissen werden, bei gleichzeitigem Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen. Ich suchte sie nicht auf, sondern versuchte zu entspannen. Da ich den Platz gewechselt hatte und jetzt unmittelbar vor dem Taita lag, war ich eingehüllt in seine Musik und sehr starke (!) Energie.

Ich bemühte mich, mich auf meinen Prozess zu konzentrieren, was mir auch gelang. Ich meditierte und ließ die Kundalini durch meinen Körper strömen. Dann behandelte ich mich selbst mit Reiki (ich nenne es einfach mal so), indem ich die Hände, die leuchteten wie Scheinwerfer, langsam auf und ab über meinen Körper gleiten ließ. Es tat sehr gut und ich fühlte mich schon bald wie eine Säule aus Licht und Energie.

Meine zweite, tiefe Meditation wurde durch Bitten einer Teilnehmerin um Hilfe unterbrochen. Ich schaute kurz auf und sah, dass die drei Helfer bereits alle Hände voll mit anderen Teilnehmern zu tun hatten. Die Assistentin hatte kurz vorher eine Teilnehmerin zur Toilette begleitet und war somit nicht vor Ort. Da es verboten ist, während des Prozesses zu anderen Teilnehmern körperlichen Kontakt aufzunehmen, versuchte ich es telepathisch.

Ich visualisierte ein goldenes Licht und schickte es in Richtung der leidenden Teilnehmerin. Dann visualisierte ich, wie sich ein goldener Ring um ihren Kopf bildet und ihre Angst aufsaugt. Es dauerte nur wenige Minuten, dann wurde die Frau ruhig und schlief schnarchend ein.

Ich konnte mich wieder auf meinen Prozess konzentrieren und schützte mich mit einer Wolke aus hellem Licht vor dem Einfluss der zum Teil recht starken Energien, die sich mittlerweile im Raum gebildet hatten. Das ist normal, wenn alle in ihrem Prozess sind. Das klappte sehr gut. Ich badete in meiner gold-orangenen Lichtwolke und genoß die Musik des Taitas Die Helfer kümmerten sich um alle, die Probleme hatten, säuberten einige Plätze von Kotze und halfen dem einen oder der anderen zur Toilette.

Danach fing die Assistentin an, auf ihrem Monochord zu spielen, einer Mischung aus Harfe und Zitter. Einfach göttlich! Sie kann das unglaublich gut. Nachdem sie fertig war, folgten über Stunden weitere musikalische Einlagen. Schamanentrommeln, Klangschalen, Windspiele, Maultrommeln, Mundharmonika, Flöten – wunderschöne Musik!

Leider wurden wir immer wieder von respektlosen Teilnehmern gestört, die sich währenddessen laut unterhielten.

Die Musik dauerte bis weit in den hellen Tag hinein. Als ich zwischendurch zum Sonnenaufgang draußen war, sah ich in der Luft blitzende Lichtkristalle und die Bäume in der Ferne hatten eine goldene Aura.

Was für ein Morgen! Dann ging ich wieder rein und versuchte zu schlafen, was angesichts der immer noch sehr starken Energie im Raum und in meinem Körper nicht möglich war.