Mein 12. Ayahuasca-Retreat (Dezember 2019)

Bereits nach 15 Minuten muss ich mich übergeben, das Ayahuasca schmeckt extrem sauer und Sauer verträgt mein Magen nicht. Der beginnende Prozess ist entsprechend mild, die Visionen mittelprächtig und auch nicht von langer Dauer. Ich lasse mir noch ½ Becher nachgeben, der bleibt bedeutend länger drin und lässt einen Prozess beginnen, den man auch als solchen bezeichnen kann.

Meine Intention für das Wochenende waren Vertrauen, sowohl in mich selbst, als auch in das Leben an sich. Als zweite Intention wollte ich mich mal konkret mit dem schlangenartigen Wesen auseinandersetzen, welchem ich jedesmal begegne und das ich bislang immer als mein Ego interpretiert habe, auch weil es manchmal egoistische und negative Gedanken impliziert. Ich wollte wissen, wer oder was diese Kraft ist, Ego, Kundalini, oder gar Fremdbesetzung. Bislang bin ich diesem Wesen immer nur als energetische Empfindung begegnet, aber diesmal sah ich es direkt vor mir. Es war vor mir und gleichzeitig in mir. Ich war gerade in einer Meditation, als mein Energiekörper sich zu einem Riesen aufzublasen schien.

Zeitgleich formte sich vor meinem inneren Auge eine große, weiße Schlange mit rotem Drachenkopf und schaute mich an.

Das Aufkommen der sehr starken Energie und die Vision waren Eins und als ich dem Drachen in die goldgelben Augen schaute, wusste ich, dass es wieder jenes Schlangenwesen ist, dem ich schon so oft beim Ayahuasca begegnet bin.

In dem Moment, wo die Energie meinen Körper erfüllt, bekomme ich den Drang, mich auszustrecken. Ich strecke erst das eine Bein aus, dann das andere. Anschließend dehne ich noch mein Steißbein durch. Dann richte ich mich wieder auf und nehme eine Sitzposition ein, die einer aufgerichteten Schlange entspricht, mit leicht gesengtem Kopf und liniealgeradem Rückgrad.

In dieser Position spüre ich die Kraft besonders stark und es scheint so, als ob ich den ganzem Raum damit fülle. Ich fühle mich wie eine Schlange und gebe Schnalzgeräusche von mir (wie sie einige Eidechsen machen). Gleichzeitig schaut mich das Drachenwesen an und vermittelt mir telepathisch, dass ich es selbst bin. Er, der Drache, ist meine Urkraft, meine Kundalini. Zeitgleich bricht im gesamten Raum ein reges Kotzen los und diese Gleichzeitigkeit lässt mich fragen, ob dieses Drachenwesen etwas damit zu tun hat?

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Ich verweile lange in aufrechter Sitzposition, meine Handflächen auf meinen Schenkeln liegend, mit den Handflächen nach oben, sodass die aus ihnen herausströmende Energie einen Energiekokoon um mich herum bildet. Ich genieße die Energie und kann es kaum glauben, dass diese große, starke Kraft meine eigene ist, meine Lebensenergie. Mir wird sofort klar, dass ich, wenn ich diese Kraft tatsächlich besitze, alles kann. Ich kann alles werden, alles machen, alles lernen – und ich kann Manifestieren. Mir ist unmittelbar bewusst, dass eine solch starke Energie die Power besitzt, die Realität zu lenken und zu verändern.

Alle Menschen haben diese Energie. Wenn wir lernen, sie zuzulassen und fließen zu lassen, können wir mit ihr die Welt verändern.

Als das DMT nachlässt, verliere ich den Kontakt zum Drachen, zur Kundalini, auch wenn sie immer noch als deutlich spürbares, elektrisches Gefühl durch meinen Körper meandert. Ayahuasca hat meine Intention berücksichtigt und mich in direkten Kontakt mit dieser mysteriösen Schlangenkraft gebracht und auch die Frage geklärt, was diese Kraft genau ist.

Gleichzeitig wurde mein Selbstvertrauen gestärkt, denn mit dieser Power unter der Haube, brauche ich vor nichts Angst zu haben.

Der weitere Verlauf der 1. der beiden Nächte verlief feiernd und mit viel Freude. Die Taita hat göttlich gespielt und die Energien im Raum orchestriert, wie ein Dirigent. Alle haben viel gelacht, gesungen oder getanzt. Um 5 Uhr morgens war Schluß.