Mein 9. Ayahuasca-Retreat (Oktober 2018)

1. Nacht

Das Ayahuasca blieb nicht lange drin, schon nach ca. 20 Minuten habe ich es in mehreren heftigen Stößen wieder hinausbefördert. Dann legte ich mich hin, konnte mich aber den Visionen nicht hingeben, weil es mich permanent versuchte, aus dem Körper zu reißen. Ich mag das nach wie vor nicht, wenn ich Ayahuasca trinke, da ich nicht weiß, wo es mich hinträgt. Und solange mir kotzübel ist, und das war es immer noch, können das nur dunkle Astralebenen sein – so glaube ich zumindest. Dann kam der Drang zur Toilette zu müssen und da ich nicht in der Lage war, einen Fuß vor den nächsten zu setzen, bat ich einen der Helfer (wir hatten 6 Helfer für 15 Teilnehmer), der auch kam und mich stützte. Das Klo erreichte ich erst gar nicht.

Gerade im Flur angekommen, habe ich mich mehrmals so heftig übergeben, wie ich mich in keiner der vergangenen 14 Zeremonien übergeben habe. Es kam aus dem tiefsten Inneren meines Körpers und schmeckt wie Gift, metallisch, als wäre es pures Quecksilber. Dazu hatte ich heftigste Visionen von dunklen Energien und dämonenhaften Wesen.

Auch fühlte ich, wie sich diese Energien dagegen wehrten, aus mir herausbefördert zu werden. Ich konnte ihre Bewusstseine wahrnehmen, eines nach dem anderen, immer wenn sie durch meinen Hals wanderten. Ich spürte ihre Häme und ihren Spot und gleichzeitig ihre Angst, mich verlassen zu müssen.

Ihr Bewusstsein wurde zeitweise Teil von meinem und ich gab Laute von mir, von denen ich nicht wußte, dass ich dazu in der Lage war. Ich lag auf dem blanken Holztisch und wand mich, wie eine Schlange – alles krampfte und wehrte sich. Dann war mit einem Schlag alles vorbei. Anschließend auf der Toilette stellte ich fest, dass ich gar nicht musste.

Danach begab ich mich wieder auf meinen Platz und versuchte zu entspannen. Es gab sehr schöne Visionen, die Farben Orange und Weiß dominierten, aber auch viel Gold und Rot war zu sehen. Mein Kopf strahlte von innen – wunderschön, es tat so gut, nach dieser Damönenaustreibung!

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Ich ging nach vorne zum Schamanen und bat ihn um eine energetische Reinigung, die ich auch bekam. Er vollführte über einen Zeitraum von 10-15 Minuten eine Reinigung meines Energiekörpers. Es war sehr intensiv und ich spürte, wie mehr und mehr Last von mir fiel und ich wieder an Kraft gewann. Ich begab mich zurück auf meinen Platz und versuchte zu Meditieren.

Während des extatischen Erbrechens im Flur hatte ich immer wieder den Drang, in einer mir fremden Sprache zu sprechen, die für mich wie Afrikanisch klang. Ich führte das auf die Fremdenergien zurück, die ich gerade dabei war, auszukotzen. Kaum war ich in einem entspannten Zustand, fing ich wieder an, in dieser Sprache zu flüstern und zu denken. Ich geriet in Panik, weil ich dachte, dass eines der Wesen noch in mir geblieben ist und so beugte ich mich abermals über den Eimer, um diesen Plagegeist loszuwerden. Während ich mich vergeblich bemühte zu kotzen, bekam ich die telepathische Nachricht, dass sie diejenige sei, die mir hilft, die schlechten Energien loszuwerden und dass es sowieso nichts nützen würde, zu versuchen, sie auszuspucken. Ich bekam dann ein Gesicht zu der weiblichen Stimme in meinem Kopf und begriff. Ich hatte Besuch von einer afrikanischen Heilerin, die sich vorübergehend mit mir mein Bewusstsein teilte, um mir bei meinem Heilungsprozess zu helfen.

Jetzt ließ ich diese Fremdenergie einfach zu, was dazu führte, dass sich zeitweise diese afrikanische Frau war und zeitweise ich.

Wenn ich sie war, fühlte ich wie sie, dachte wie sie und ich sang wie sie (leise vor mich hin). Ich konnte nach Belieben hin- und her- schwitchen, zwischen der afrikanischen Heilerin, die sich mir als Mama Gom vorstellte und mir selbst. Mal war ich ich, mal afrikanische Frau, eine sehr besondere Erfahrung!

Dieser Heilerinnen-Spirit und ich verbrachten den Rest der Nacht in gemeinsamen Summen, Brummen, Worte singen, deren Bedeutung ich nicht verstand und wilder Gestekulierung meiner Hände, mit denen ich Energiewirbel in der Luft bildete. Gegen Morgen ging ich raus zum Feuer. Die Assistentin fragte mich, ob ich noch einen kleinen Becher Yage haben will, aber ich war für heute bedient und genoss einfach das wärmende Feuer. Ich hatte nur dünne Strümpfe an und trotz 6 Grad Außentemperatur war mein Körper heiß, wie glühende Kohlen. Ich hatte aber kein Fieber, ich war einfach so voller Energie, vor allem durch die Reinigung, dass ich dringend abkühlen musste. Dann ging ich wieder rein und ließ mir etwas Rapé geben, der ein schönen Abschluss darstellte.

2. Nacht

Ich ließ mir nur 1/2 Becher geben. Ich war immer noch so voller Energie, dass mein ganzer Körper vibrierte. Diesmal blieb das Yage sehr lange drin. Als der Taita irgendwann die 2nd Cup anbot, hatte ich mich immer noch nicht übergeben müssen, stattdessen genoss ich die sehr schönen Visionen. Ich weiß nicht, was es auslöste, aber dann wurde mir doch schlecht. Ich beugte mich über meinen Eimer und entließ abermals metallisches Gift und abermals hatte ich bizarre Visionen von Wesenheiten, die aus meinem Mund krochen. Zwischendurch stoppte der Brechreiz, aber nicht die Visionen.

Ich hatte das sehr konkrete Gefühl, nicht ich selbst zu sein, begleitet von schwarz-gelb-dunkelvioletten sehr bizarren Visionen. Abermals kamen mir afrikanisch klingende Worte in den Sinn und ich schlußfolgerte, dass der afrikanische Heilerspirit ein Täuscherdämon war, wie einer aus der ersten Nacht, der Gott imitierte (sein göttliches Licht hatte aber keine Kraft, es war nur Trug). Ich sprach zu dem Spirit, wer immer es war, dass ich mich nicht mehr täuschen lassen und auch diese Sprache nicht mehr sprechen werde. Kaum hatte ich das gedanklich mitgeteilt, wurde der Drang, diese Sprache zu sprechen noch stärker. Wieder spürte ich die Häme darüber, dass ich mich dagegen nicht wehren konnte. Ich wehrte mich dann noch mehr und sagte jetzt, dass ich ihn (den Spirit) von nun an gänzlich ignorieren werde. Das klappte auch nicht so richtig. Dann kam ein super heftiger Brechimpuls und beendete das Versteckspiel. Die Farben änderten sich, wurden freundlich und es gab auch nicht mehr diese bizarren Gebilde aus Widerhaken, scharfen Winkeln und Dornen, wie sie typisch sind für negative Energien. Ich war den Quälgeist offenbar los.

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Dann sprach es erneut in diesem Afrikanisch aus mir. Ich gab telepathisch zu verstehen, dass sie (die Heilerin) mir beweisen müsse, dass sie mir helfen will und keines dieser Dämonen ist. Ich hatte mittlerweile schwere Koliken und hielt mir permanent meine Hände auf den Bauch. Kaum hatte ich um einen Beweis gebeten, ließen die Schmerzen nach und waren schon bald komplett weg. Mir reichte das als Beweis. Ich ließ die afrikanische Heilerin abermals zu und wir hatten über Stunden ein energetisches Feuerwerk, wie ich es so intensiv noch nie hatte.

Ich sang alles mit, was der Schamane sang, nur eben in diesem fremden Dialekt. Dazu bewegte ich mich rhythmisch auf meiner Matte, lies nur per Handstreich Energiefontänen durch meinen Körper sausen, gab mir selbst Reiki, von dem ich gar nicht wußte, dass ich das beherrsche und hatte dabei die schönsten Visionen. Alles von 1/2 Becher Ayahuasca! Es war göttlich, ich wurde in dieser Nacht zu einem neuen Menschen. Ich lachte und freute mich so sehr des Lebens, wie schon lange nicht mehr. Am Morgen ging ich glücklich zu Bett, konnte aber nicht schlafen, da mein Körper vor Energie vibrierte und innerlich indigoblau erstrahlte. Ganz spät schlief ich schließlich ein. Nach nur 1 Stunde war ich ausgeschlafen – zumindest fühlte ich mich so.

Was diese afrikanisch anmutende Sprache betrifft, so habe ich mittlerweile verstanden, dass es eine Heilsprache ist, keine Kommunikationssprache. Es geht nicht um den Sinn der Worte, sondern um deren Schwingung.

Sie besteht aus den Konsonanten n, m, l, d, allen Vokalen und dem englischen w (wie bei “what”). Diese Phoneme lassen sich sehr leicht zu neuen Wörtern kombinieren, je nachdem, welche Schwingung(en) erreicht werden soll(en). Entscheidend ist, wie der Energiekörper darauf reagiert. Auch Flüstern und Zischen funktioniert mit dieser Sprache. Man kann seinen Energiekörper damit tief und hoch schwingen lassen, oder auch rhythmisch. Ist der Energiekörper geheilt, heilt der physische Körper ebenfalls.

Beide Nächte waren begleitet von der wundervollen Musik des Taitas und seinem sehr engagierten Team, die alle mitmusizierten. Der Taita hatte es in beiden Nächten geschafft, eine Gruppe fremder Menschen in ein heilenden Ozean aus Liebe und Musik zu baden und zu vereinen. Am Ende wurden wir alle Freunde. Pure Magie!