Raubtier-Parkour

Traumbericht vom 31.08.22

Ich bin mit meiner vierfarbigen Katze im Urlaub. Ich trage sie in einer Umhängetasche, aus der sie rausschauen und auch jederzeit rausspringen kann, wenn sie möchte. Es ist eine Stadt im Süden, mit einem von hohen Felsen umsäumten Strand. Mein kleines Hotel liegt weiter oben, in der Altstadt. Der Strand erinnert an den Stadtstrand von Lagos und die Altstadt an den Stadtkern von Vila Nova de Milfontes, beides Städte in Portugal. Ich verlasse den Strand und gehe nach oben. Meine Katze folgt mir, wie ein Hund. Oben angekommen läuft sie voraus. Als sie zu weit läuft, pfeife ich auf zwei Fingern und sie bleibt stehen um auf mich zu warten. Ich bin begeistert, es ist unser 1. gemeinsamer Urlaub.

Gerade will ich sie in die Tasche packen, weil mir das mit der Straße zu gefährlich ist, da schießt sie mit hohem Tempo in die Einfahrt eines Gebäudes. Ein kleines Karnickel hatte ihren Jagdinstinkt geweckt. Worst Case, wenn man mit einer Katze unterwegs ist! Ich panisch hinterher. Als ich den Hof betrete, sehe ich gerade noch, wie sie weiter weg in einer Holztür verschwindet. Die Tür gehört zu einem von zwei Gebäuden, vermutlich eine alte Scheune, mit dunklen, großen Holztüren.

Vor der Scheune liegen vier braune Kühe. Ich denke, ach Kühe, kein Problem. Als ich mich ihnen nähere, entpuppen sich zwei der braunen Kühe als Tiger und dahinter liegen zwei männliche Löwen. Ich muss an ihnen vorbei, denn sie liegen genau vor der Scheune, in die meine Katze gelaufen ist. Die Kühe sind kein Problem, die beachten mich gar nicht, aber einer der Tiger.

Er steht auf. Ich lächle ihn an und lobe seine Schönheit – funktioniert mit den Dämonen beim Ayahuasca auch immer. Der Tiger ist unbeeindruckt und signalisiert mit eindringlichem Blick, dass ich an ihm nicht vorbei komme. Dämonen sind halt eitel, Tiger nicht. Ich muss aber an ihm vorbei, es hilft nichts. Ich ignoriere seinen Blick und fange an, eine altes indigenes Lied der Yawanawa zu singen, ein anderes fällt mir gerade nicht ein. Er schaut jetzt freundlich, lässt mich passieren und schleckt im Vorbeigehen meine Hand.

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Mittlerweile ist auch einer der Löwen wach geworden und stellt sich mir ebenfalls in den Weg. Inzwischen bin ich mir sicher, dass das keine gefährlichen Tiere sind und schaue ihn an. Er hat blau-graue, ebenfalls eindringliche Augen. Ich kann in dem Moment nicht anders, es ist zu verlockend. Ich nehme seinen Klopf und kuschle mich in seine Mähne. Er knurrt wohlwollend und legt eine seiner großen Pranken auf meine linke Schulter. Keine Krallen, ein gutes Zeichen.

„Ich sehe, ihr seid bereits Freunde geworden“, höre ich eine weibliche Stimme sagen. Eine jüngere Frau, komplett in Schwarz gekleidet, kommt aus dem Gebäude links von mir, offenbar die Besitzerin. Ich erzähle ihr von meiner verschwundenen Katze und frage sie, ob ich mich umschauen darf? Ja, natürlich. Sie habe übrigens auch gerade einen Wurf junger Katzen. Ich durchkämme alle Gebäude und Kammern, aber von meiner Katze ist nichts zu sehen. Auch Pfeifen nützt nichts. Eine ihrer Jungkatzen läuft mir über den Weg, ich sehe sie aus dem Augenwinkel. Im ersten Moment freue ich mich, aber als ich erkenne, dass es nicht meine Katze ist, bin ich enttäuscht. Ich streichle sie und suche weiter.

Inzwischen ist es später Nachmittag und ich weiß nicht mehr, wo ich noch suchen soll. Da sehe ich ein schwarzes Fell am Eingangstor vorbeihuschen. Ich renne hin, muss dann jedoch abermals enttäuscht feststellen, dass es nicht meine Katze ist, sondern ein Hund. Dann vernehme ich ein Fauchen, wie ich es von meiner Katze kenne. Ich drehe mich um und sehe sie seelenruhig auf einem Stuhl liegen, welcher neben der Toreinfahrt steht. Sie hat’s nicht so mit Hunden und faucht sie immer an. Ich bin überglücklich und nehme sie auf den Arm. Die Besitzerin freut sich mit mir. Ich werde wach.

Was wollte mir der Traum sagen, wollte er mir überhaupt was sagen?

Dass das lediglich Restmüllverwertung vom Tag oder Vortag war, schließe ich bei diesem Traumverlauf aus. Ich sehe in dem Traum zwei Möglichkeiten:

Entweder war er präkognitiv: Eine Gefahr nimmt ein gutes Ende, aber erst nachdem ich einige Hürden überwunden habe.

Oder er war eine Prüfung: Wie weit bin ich bereit, für die Liebe vermeintlich unüberwindbare Hürden zu nehmen?