Syrische Steppenraute – das Ayahuasca des Ostens

Das Ayahuasca des Amazonasgebietes ist vielen mittlerweile bekannt. Es ist eine energetisch und visionär wirkende Medizin, welche in speziellen Zeremonien verabreicht wird. Es erfordert hohe Disziplin und Respekt, sowohl von den Teilnehmern, als auch von denen, die es geben, denn Ayahuasca kann, nicht nur wegen des darin enthaltenen DMT’s, zu aussergewöhnlichen Erfahrungen führen.

Stimmen Set und Setting, steht einer sowohl Geist als auch Körper in hohem Maße heilenden und transformierenden Erfahrung nichts im Wege.

Nun ist das Amazonasgebiet weit weg und nicht immer hat man das Glück, in einer Sadt zu leben, wo Schamanen aus Südamerika mehrmals pro Jahr Ayahuasca-Zeremonien anbieten. Daher habe ich nach einer Alternative gesucht und bin schnell fündig geworden.

Die Syrische Steppenraute

Die Syrische Steppenraute enthält die gleichen Betacarboline, wie die Ayahuasca Liane, nur dass das Mengenverhältnis von Harmin, Harmalin und Tetrahydroharmin ein etwas anderes ist. Ich habe durch meine Selbstversuche mit der Steppenraute verstanden, dass die Hauptwirkung des Ayahuascas ganz offenbar nicht vom DMT kommt, sondern von den MAO-Hemmern der Liane, den Rest macht die eigene Körperchemie, denn auch unsere Körper produziert N,N,-DMT und 5-Meo-DMT, wenn auch nur in kleinen Mengen (wurde u.a. in der Lunge und in dem Liquor des Rückenmarks nachgewiesen). Dennoch reichen eine größere Menge MAO-Hemmer aus, um sie zu aktivieren und einen in tiefe Meditationen zu befördern, ähnlich wie Ayahuasca, jedoch über einen Zeitraum von nur 1-2 Stunden.

Der andere Aspekt ist der Bodyload. Der kommt nicht, wie von mir angenommen, vom DMT des Ayahuascas, sondern ganz offensichtlich von den Betacarbolinen.

Auch die Steppenraute führt zu einem deutlichen Bodyload und zur Aktivierung der Kundalini-Energie. Ich habe in einem Steppenrauten-Auszug überwiegend das Harmin der Schalen verwertet und in einem anderen Auszug überwiegend das Harmalin des Inneren der Samen. Ein markannter Unterschied in der Wirkung! Während das Harmin in größerer Menge ähnlich wie Ayahuasca Übelkeit verursachte, wirkte das Harmalin bei mir kaum Übelkeit erregend. Hingegen führte das Harmalin zu Träumen voller Licht und sogar Lichtwesen, während das Harmin einen schwachen Einfluß auf die Traumqualitäten hatte. Beide, Harmin und Harmalin, sind visionär, also sie erzeugen Bilder bei geschlossenen Augen. Die sind meist der Natur abgeschaut. Pflanzen, Blüten, Wälder, Flüsse und ein schwarzer Panther war auch mal dabei.

Typisch für die Visionen der Harmal Alkaloide scheinen auch schnelle Kamerafahrten über Landschaften zu sein  – etwas, dass ich voll und ganz bestätigen kann. Nicht nur über Landschaften ging so manch flotte Reise, auch durchs All oder Flüsse und Seen.  Zum Trainieren von Visualisierungen sind Harmin und Harmalin sehr gut geeignet, da man mit ihrer Hilfe das Steuern von Visionen üben kann – sehr wichtig für Klarträume, wenn man vor hat, sie zu verändern. Denn das geht nur über ein gutes, optisches Vorstellungsvermögen.

Warnung:
Mit MAO-Hemmern ist nicht zu spaßen!! Wer es ausprobieren will, muss eine strenge Tyramin- und Tryptophan-Diät einhalten. Weder Tyramin-Vergiftungen sind lustig, noch ein Serotonin-Syndrom.

Man kann eine 1-wöchige Steppenrauten-Kur aber super mit 1-Woche veganer Ernährung kombinieren. Dem Körper tuts gut und die Seele profitiert von den tiefgehenden Erfahrungen.

Rezept für Steppenrauten-Auszug:

  • 50 g Steppenrautensamen zermalen und 1,5 Stunden in 500 ml Wasser auf kleiner Flamme köcheln lassen. 250 ml Lemonensaft dazu.
  • Abkühlen lassen und Sieben


Es kann von den übrig gebliebenen Samen eine zweite Kochung durch geführt werden, die einen etwas schwächeren Auszug ergibt. Die Samen dann nicht wegwerfen, man kann sie trocknen und zum Räuchern verwenden.

Kleine Dosis: 1-2 EL tägl.
Mittlere-Dosis: 3-4 EL tägl.

Hohe Dosis: 5-6 EL tägl. (starke MAO-Hemmung)
Sehr hohe Dosis:- 7-8 EL tägl (vollständige MAO-Hemmung!)

Schon ab der mittleren Dosis ist man nicht mehr verkehrsfähig! Der Kontrollverlust ist ähnlich, wie nach 2-3 großen Bieren. Je höher die Dosis, desto stärker wird der medizinisch dokumentierte Harmal-Tremor, ein feines Vibrieren des ganzen Körpers. Auch Ohrensausen und hohe Lichtempfindlichkeit können dazukommen, ebenso ein beschleunigter Stuhlgang. Das kommt daher, das die Harmal-Alkaloide das zentrale Nevensystem (ZNS) anregen. Sobald ich den Beginn des Tremors spüre, höre ich auf zu dosieren. Mit Beginn des Tremors beginnen auch die inneren Bilder und die sind es ja, die man haben will.

Wer es auch probieren möchte, fängt am besten mit einer kleinen Dosis an und steigert diese über die Tage. Ich rate wirklich zu vorsichtiger Dosierung (!), da eine zu hohe Dosis körperlich durchaus unangenehm werden kann (Übelkeit, starks Zittern, Nachbilder). Übrigens wirken die Harmal-Alkaloide sehr effektiv gegen Pilze und Parasiten. Ich nehme daher am 1. Tag einer 1-wöchigen Kur eine hohe Dosis zur Reinigung des Darmtraktes. Wer Candia-Kandidat ist, hätte nach einer Steppenrauten-Kur sehr wahrscheinlich ein lästiges Problem weniger.

Einer, der ebenfalls regelmässig Steppenraute nimmt (ab TC 14:50):
https://dev.futurethinkers.org/kirby-surprise-ayahuasca-shamanism-magic/