Was ist Spiritualität?

Immer wieder treffe ich auf diese Begriffe und ich frage mich, was sie bedeuten? Spirit heißt übersetzt Geist, also ist „spirituell“, geistig. Geistig was? Voller Geist, oder Geist selbst? Wie fühlt es sich an, spirituell, also geistig zu sein? Wie fühlt es sich an, ohne Geist zu sein, kann man das überhaupt noch fühlen? Warum unterscheiden einige Menschen zwischen spirituell und nicht-spirituell, macht eine solche Unterscheidung überhaupt Sinn?

Kann ein Wesen weniger Geist sein und ein anderes mehr? Gibt es gar eine Entwicklung von „wenig Geist“ hin zu „viel Geist“? Nach meiner Erfahrung nicht. Alles ist Spirit/Geist, alles was ist. Ohne Bewertung, ohne Maßstab, ohne Skala. Was wir sehen und fühlen, also mit unserem menschlichen Bewusstsein wahrnehmen, ist die Kruste des Geistes, der Teil des Geistes, der von so hoher Dichte ist, dass er sich kaum noch bewegt und von uns als Materie wahrgenommen wird. Das stammt nicht von mir, sondern von dem Quantenphysiker und Heisenberg-Schüler Dr. Hans-Peter Dürr. Alles ist Geist und da stimme ich ihm zu. Nicht nur, weil ich es für plausibel halte, sondern auch weil ich es selber so erfahren durfte. In einer Phase des Erkundens meiner inneren Welt mit Hilfe der Pflanzenmedizin Ayahuasca konnte ich mich in mehreren Sitzungen davon überzeugen, dass alles Geist ist. Alles ist belebt, wir nehmen es im menschlichen Alltag nur nicht bewusst wahr.

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Was ist also Spiritualität?
Für mich persönlich habe ich folgende Definition gefunden:

Spiritualität ist die Wahrnehmung des Lebendigen in allem was ist.

Ich erlebe es als einen dynamischer Prozess, also die Wahrnehmung (Spiritualität) schwankt, mal nehme ich gar nichts wahr, mal mehr, mal viel. Es gibt somit keine Entwicklung, nur verschiedene Zustände. Um zum Beispiel das Leben in einem Stein zu entdecken, kann ich Ayahuasca nehmen, um mein Bewusstsein von seinen serotoninen Wahrnehmungsfiltern zu befreien, oder aber ich kann einen Stein nehmen und in ihn hineinfühlen. Zunächst fühle ich nur seine Temperatur, sein Gewicht und die Oberflächenstruktur. Beschäftige ich mich aber mit seiner Geschichte, dann fühle ich unter Umständen auch seinen Geist. Liegt zum Beispiel der Stein an einem Strand, dann kann ich fragen, wie er dort hin gekommen ist. Was ist ihm auf seinem Weg dorthin widerfahren und was unterscheidet ihn von den anderen dort liegenden Steinen? Ich bekomme auf diese Weise eine Biografie, eine Existenz-Chronologie und wenn ich diese Chronologie in meinem Geiste zurückgehe, bis zur Zeit der Entstehung des Steines, dann erfasse ich auch seinen Geist. Erfassen ist Wahrnehmen und wir nehmen mit unserem Bewusstsein wahr. Folgt mein Bewusstsein der Biografie des Steines, so kann ich auch seinen Geist erfassen – oder zumindest Teile davon.

Auch das stammt nicht von mir, das haben mich Archäologen gelehrt. Vor 38 Jahren war ich für vier Monate Teilnehmer einer archäologischen Ausgrabung in Syrien. In der Wüste dort lagen und liegen Unmengen von Artefakten aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Für mich als 20-jährigen Jungspunt waren das nur Scherben. Dann aber habe ich gelernt, dass diese unbelebten Tonreste eine Biografie haben und auf einmal bekamen sie Charakter und wurden mit Leben erfüllt. Ich bekam auf einmal ein inneres Bild zu diesen scheinbar leblosen Objekten, wer sie erschaffen hat, aus welchen Materialien, durch wessen Hände sie gegangen sind und wie sie schließlich nach tausenden von Jahren in mein Leben traten, rein zufällig – oder vielleicht auch nicht. Noch heute nehme ich ab und zu eine dieser tausende Jahre alten Scherben in die Hand und mache innerlich eine Zeitreise (ich durfte mir ein paar mitnehmen). Ich folge dann der Chronologie der Tonscherbe, bis hin zur Zeit ihrer Verwendung, als Teil eines Trinkgefässes zum Beispiel, oder eines Spielzeuges, 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Ich erfasse dadurch den Geist der Tonscherbe. Nimmt man dann die Erkenntnis hinzu, dass es auf der rein geistigen/spirituellen Ebene keine Zeit gibt, dann bin ich durch den Kontakt mit der Scherbe unmittelbar mit der damaligen Welt verbunden – eine faszinierende Vorstellung!

Pflanzen habe ich unter dem Einfluss von Ayahuasca leuchten sehen und sie haben mit mir auf rein geistiger Ebene kommuniziert. Sie sind weise, sanfte Wesen, die friedvollsten, die mir je begegnet sind. Auch ohne Ayahuasca kann ich mit ihnen kommunizieren, auch wenn der Empfänger, also mein Bewusstsein, dann nur noch sehr schwache Signale empfängt, weil die serotoninen Wahrnehmungsfilter wieder eingeschaltet sind. Aber der Sender, also das, was unser Geist aussendet, ist auch ohne Zuhilfenahme von DMT (DMT schaltet vorübergehend die serotoninen Wahrnehmungsfilter aus) stark und wirkungsvoll – jeder, der einen grünen Daumen hat, weiß das. Willst du gesunde Pflanzen, dann spreche mit ihnen, oder spiele ihnen Musik vor, denn auch Musik ist Geist.

Was ist also spirituell, um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen? Alles ist spirituell – geistig – alles was ist. Unsere Wahrnehmung für die feineren, geistigen Ebenen (jenseits der Kruste) können wir trainieren, durch Meditation zum Beispiel, oder durch Beobachtung unserer Träume. Aber das macht uns nicht spiritueller, sondern lediglich empfänglicher, also sensibler für die geistige Ebene.

Wenn von Spiritualität gesprochen wird, höre ich immer sehr genau hin, denn viele Menschen verwenden den Begriff anders, als ich es tue. Sie verwenden ihn im wertenden Sinne, in einer Skala von nicht-spirituell bis bin zu sehr-spirituell. Das macht für mich keinen Sinn, da man Geist nicht einer Bewertung unterwerfen kann – Geist ist nicht deklinierbar! Zumal die Instanz, die da bewertet, Teil der Kruste, also des verdichteten, unbeweglichen Teil des Geistes ist – nämlich unser Gehirn. Das Gehirn ist gut, um zu entscheiden, was wir essen sollen, oder wie man Brücken baut, aber zur Bewertung des Geistes taugt es nicht. Wozu bewerten dennoch manche den Geist, oder die „spirituelle Entwicklung“ anderer? Da kann ich nur Vermuten. Um sich selbst hervorzuheben zum Beispiel und somit andere abzuwerten? Wer den Geist bewertet, bewertet alles andere auch. Den Bruder, die Schwester, den Nachbarn, die anderen Seminarteilnehmer, die zufällige Begegnung auf der Strasse. Diese Menschen sind vermutlich stark egogesteuert, denn nur das Ego bewertet, um seine eigene Position permanent neu zu reflektieren.

Geist/Spirit- sind für mich wertfreie, nicht bewertbare Wesen – ja, Wesen! Geben wir uns ihnen hin und versuchen wir mit ihnen in Kontakt zu treten, das ist gar nicht so schwer. Eine Meditation, ein erinnerter Traum, ein spontaner Gefühlsausdruck. Alles was ist, ist Geist und immer da, in uns und um uns herum, wir müssen nur mal still sein und wahrnehmen.